Vielfalt im Klassenzimmer: Nicht zweifeln, sondern zuhören, verstehen und handeln

Kamingespräch der Heraeus Bildungsstiftung, Februar 2016

Zuwanderung ist natürlich auch in Schule spürbar – und stellt vor gewisse Herausforderungen. Chancen und Lösungsansätze werden oft begleitet von diffusen Ängsten und Vorurteile. Gemeinsam mit den Experten Kadim Tas (JOBLINGE), Nurten Karakaᶊ (Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim) und Sylvia Ruppel (Leiterin des Staatlichen Schulamts für den Main-Kinzig-Kreis) haben sich Lehrkräfte, Schulleiter und Vertreter aus Wirtschaft und Medien im Literaturhaus Frankfurt dazu ausgetauscht.

Die wichtigsten Erkenntnisse des Abends:
  • Erfolge: Integration gelingt in Schulen bereits seit vielen Jahren. Innovative Konzepte leisten längst schon einen großen gesellschaftlichen Beitrag. Ein Verdienst motivierter Lehrer!
  • Ideen: Durch moderierte Begegnungen Jugendlicher unterschiedlicher Kulturen an außerschulischen Orten lassen sich Vorurteile und Ängste leichter abbauen. Das gegenseitige Interesse an der Denkweise der anderen lässt neue Zukunftsmodelle entstehen.
  • Lösungen: Religion ist das bedeutendste trennende Thema, mit dem sich die Gesellschaft auseinandersetzen muss. Verpflichtendes Schulfach Ethik für alle Schüler wäre ein erster Ansatz.
  • Regeln:… und deren Einhaltung sind Grundvoraussetzungen jeden Zusammenlebens.
Andere informative Highlights des Abends:

Grenzen im Kopf verschieben!

Die Debatte um Integration macht nur Sinn, wenn man zur Schule geht, eine Ausbildung absolviert und Arbeit hat, erst dann lassen sich Potentiale der Zuwanderung nutzen.

Es wird sehr viel über ‚wir‘ und ‚die anderen‘ gesprochen. Doch wer sind ‚wir‘ und wer sind die ‚anderen‘?“ In einer Stadt wie Frankfurt haben Schulen bereits heute einen Migrantenanteil von über 60 Prozent.

Integration eine „extreme Aufgabe“ – Defizite keine Ausrede

Sprachliche Defizite sind zwar eine große Herausforderung, dürfen aber nicht als Ausrede verwendet werden. Viele Flüchtlingskinder kommen aus Ländern, in denen Schule ein Privileg ist. Ihre Lernmotivation ist oft besonders hoch. Innovative, mobile Container- Sprachschulen, „Com- Box“, ausgestattet mit Sprachlernsoftware und Lernmaterial, erleichtern den Nutzern rund um die Uhr autodidaktischden Einstieg in die Sprache.

Fazit: Nicht zweifeln und sondern zuhören, verstehen und handeln!

Das Erreichen neuer, gemeinsamer Regeln und Ziele erfordert Gedankenaustausch und Kommunikation auf Augenhöhe. Neugier, Interesse, Initiative und Mut der Jugendlichen können viel Positives bewirken. Unseren Lehrerinnen und Lehrern muss man die Angst vor Versagen und Fehlern nehmen, auch im Umgang mit Flüchtlingen.

So wird aus Überforderung keine Ohnmacht.

Allgemeine Informationen zum Kamingespräch und die Termine der kommenden Veranstaltungen finden Sie hier.

Menü