Kultur(en) erleben – Integration gestalten

Heraeus Bildungsstiftung und Schauspiel Frankfurt fragten nach: Wie kann Schule als
Bindeglied zwischen den unterschiedlichen Kulturen fungieren?

Frankfurt, 14.17.2017. Zu einer Gesprächsrunde zu der Frage, wie Integration in Schulen gelingen
kann, hat die Heraeus Bildungsstiftung am Dienstagabend, den 14.11.2017, ins Schauspiel Frankfurt
geladen. Der Einladung folgten mehr als 60 Schüler, Lehrkräfte, Schulleiter und Schulamtsvertreter.
Der Veranstaltung voraus ging ein gemeinsamer Besuch des viel diskutierten Theaterstücks
„Unterwerfung“ von Michel Houellebecq. Houellebecqs Bestseller richtet sich nicht gegen den Islam,
sondern beschreibt den Kollaps der Kultur des Westens.

Über das Miteinander verschiedener Kulturen und die Vielfalt in Schule diskutierten die Gäste unter
der Moderation von Dr. h.c. Beate Heraeus, Vorstandsvorsitzende der Heraeus Bildungsstiftung,
gemeinsam mit der Journalistin Canan Topçu und Alexander Leiffheidt, Dramaturg am Schauspiel
Frankfurt.

Schulen, besonders Lehrer, stehen vor neuen Herausforderungen. In Klassenzimmern finden sich
verstärkt Schüler verschiedener Kulturen und Gesinnungen wieder, was zu Konflikten führen kann.
„Lehrer benötigen Raum, sich darüber Gedanken zu machen“, ist Dr. h.c. Beate Heraeus überzeugt.
„Im Lehrerzimmer fehlt ihnen dafür die Zeit und im Klassenzimmer müssen sie schon eine Meinung
haben. Deshalb will die Stiftung den Dialog fördern und den Austausch anregen.“

Dessen schließt sich Anselm Weber, Intendant des Schauspiel Frankfurt, in seinem Grußwort an: „Es
ist wichtig, sich mit Themen auseinanderzusetzen und anzusprechen, die uns viel intensiver
beschäftigen werden, als wir uns das vorstellen konnten. Eines dieser Themen ist die Verbindung
zwischen Bildung und Islam.“ Das Schauspiel selbst bewegt sich mehr auf die Gesellschaft zu und will
einen Raum schaffen, um über Werte zu sprechen. „Welche Werte sind das? Und was passiert, wenn
dieser Werte radikal in Frage gestellt werden, wie bei Houellebecq?“, fragt beispielsweise Alexander
Leiffheidt.

Canan Topçu schloss sich der Forderung nach mehr Raum für Supervision bzs. Selbstreflexion für
Lehrer an und kritisierte: „Die Ausbildung der Lehrer reicht nicht aus, um den gesellschaftlichen
Problemen in der Schule entgegenzutreten.“

Die Gäste diskutierten rege über die Thematik und nutzen anschließend noch einmal im kleinen Kreis
die Gelegenheit, sich auszutauschen.

 

 

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