Pro Diversity 2017 – Impressionen

Vom Neandertal ins Digital – und die Werte bleiben auf der Strecke?

Pro Diversity 2017. Frankfurt am Main, 04.05.2017. Foto: Andreas Reeg, Tel: +40-171-5449247, andreas.reeg@t-online.de, www.andreasreeg.de

„Auf die Energie, mit der es hier Richtung Zukunft geht, war ich nicht vorbereitet. Aus einem Tal bei San Francisco kommt ein Tsunami von Innovationen in die Welt. Er wird sie grundstürzend verändern!“ Mit diesem Zitat aus der Dokumentation „Schöne Neue Welt“ von Angela Andersen und Claus Kleber startete die Diskussionsrunde, die sich am Abend des 4. Mai 2017 im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt bei der Podiumsdiskussion Pro Diversity 2017 traf, in einen Diskurs darüber, welche Auswirkungen der technische Fortschritt, zum maßgeblichen Teil durch Firmen aus dem sogenannten Silicon Valley vorangetrieben, auf unsere Gesellschaft hat beziehungsweise haben wird. Viele interessierte Gäste folgten der Einladung der Heraeus Bildungsstiftung und ihrer Kooperationspartner Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und BCG – The Boston Consulting Group – wie das bis auf den letzten Platz gefüllte Naturmuseum zeigte. Wie verändert sich unsere Welt? Was macht es mit unserem Alltag? Welchen Effekt hat es unter Umständen auf unsere Werte? Welche Ängste werden geschürt? Welche Chancen ergeben sich?

Pro Diversity 2017. Frankfurt am Main, 04.05.2017. Foto: Andreas Reeg, Tel: +40-171-5449247, andreas.reeg@t-online.de, www.andreasreeg.de

(v.l.n.r.: Werner Tiki Küstenmacher, Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese, Manual J. Hartung, Karl-Heinz Streibich, Dr. Susanne Nordhofen, Dr. Claus Kleber)

Unter Moderation des Journalisten und Buchautoren Manuel J. Hartung, Ressortleiter von ZEIT CHANCEN, diskutierten auf dem Podium:

Dr. Claus Kleber (Jurist, Journalist und Fernsehmoderator von ZDF heute journal)
Werner Tiki Küstenmacher (Bestsellerautor und ehrenamtlicher evangelisch-lutherische Pfarrer)
Karl-Heinz Streibich (Vorstandsvorsitzender der Software AG)
Dr. Susanne Nordhofen (Schulleiterin der Bischof Neumann Schule in Königstein)
Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese (Direktorin des Senckenberg Biodiversität und Klimaforschungszentrums)

Gemäß der Tradition der inzwischen 10 Jahre alten Veranstaltungsreihe führten Prof. Dr. Volker Mosbrugger, Generaldirektor von Senckenberg, und Carsten Kratz, Senior Partner & Managing Director Germany & Austria von BCG, in das Thema ein. Carsten Kratz veranschaulichte anhand von Beispielen aus der Wirtschaft die positiven Auswirkungen von Innovationen auf die Gesellschaft in der Vergangenheit und konnte damit deutlich machen, dass technischer Fortschritt per se kein Grund zu Besorgnis sein muss. Eine Online-Umfrage unter den Eingeladenen des Abends im Vorfeld der Veranstaltung hatte nämlich gezeigt, dass 92 Prozent der Befragten eine zunehmende Beschleunigung in der Welt wahrzunehmen glauben und nur 12 Prozent davon diese Entwicklung positiv einschätzen. Dass die Auswirkungen von Digitalisierung auf gesellschaftliche Werte ein normaler Prozess ist, das konnte Volker Mosbrugger daraufhin darlegen, da Werte sich permanent anpassen müssen, damit wir in der Welt zurechtkommen können. Wobei er aber auch klarstellte, dass Werte beziehungsweise Ethik selbstverständlich nicht auf der Strecke blieben, sondern sich immer zum Guten für den Menschen kehren würden.

Podium ProDiv 2017

(v.l.n.r.: Werner Tiki Küstenmacher, Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese,  Dr. Susanne Nordhofen, Carsten Kratz, Karl-Heinz Streibich, Astrid Schulte, Prof. Dr. Volker Mosbrugger, Dr. h.c. Beate Heraeus, Dr. Claus Kleber, Manuel  J. Hartung)

Aber worin bestehen nun die Auswirkungen der Digitalisierung auf unsere Gesellschaft? Wie kann man die Zukunft gestalten, wie verändern sich die Werte, in welcher Welt können wir zukünftig leben?

Die Teilnehmer waren sich einig, dass es nicht darauf ankommt, ob man mitmacht. Es kommt auf das Wie an. Niemand kann sich der digitalisierten Technik heute noch verweigern. Gerade deswegen ist eine werteorientierte Nutzung, insbesondere in Hinsicht auf die sozialen Medien, wesentlich. Hier haben Schulen schon gute Arbeit geleistet und auch in Zukunft muss das Augenmerk auf diesem Thema liegen. Der pessimistische Blick des Menschen auf die Welt und auf den technischen Fortschritt liegt, laut Werner Tiki Küstenmacher, zwar in unserem limbischen System begraben, das ändert aber nichts daran, dass der Mensch akzeptieren muss, dass die Zukunft nicht aufzuhalten ist.

 

Die Veranstaltungsreihe Pro Diversity feiert in diesem Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum. Zusammenhänge erleben – unter dieser Devise führt die Heraeus Bildungsstiftung seit 2008 zusammen mit ihren Partnern BCG – The Boston Consulting Group und Senckenberg die jährliche Podiumsdiskussion im Senckenberg Naturmuseum durch und greift dabei mit namhaften Teilnehmern aktuelle Fragen zu interessanten gesellschaftlichen Themen auf. Pro Diversity bringt Lehrer, die Zielgruppe der Heraeus Bildungsstiftung, mit Menschen unterschiedlicher Berufs- und Altersgruppen ins Gespräch, um einen konstruktiven Austausch in der Gesellschaft zwischen Schule, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zu fördern.

 

 

 

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