Schulleitungsmonitor 2025
Warum Schulleitungen für gute Schulen entscheidend sind
Schulleitungen in Deutschland identifizieren sich stark mit ihrer Aufgabe und erleben ihre Arbeit als sinnstiftend. Gleichzeitig arbeiten viele unter hoher Belastung und sehen Verbesserungsbedarf bei den Unterstützungsstrukturen im Bildungssystem. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Schulleitungsmonitor der Wübben Stiftung Bildung.
Die Studie zeigt ein differenziertes Bild: Das Vertrauen von Schulleitungen in ihre Kollegien ist hoch. Lehrkräfte werden vielfach als engagiert, verlässlich und kompetent wahrgenommen. Kritischer fällt dagegen die Bewertung der Unterstützung durch übergeordnete Instanzen aus. Insbesondere Ministerien und Schulbehörden werden deutlich zurückhaltender bewertet. Die Zusammenarbeit mit der Schulaufsicht wird insgesamt positiver eingeschätzt als mit anderen Akteur:innen des Systems.
Die Ergebnisse verdeutlichen, welche Schlüsselrolle Schulleitungen für die Entwicklungsfähigkeit von Schulen einnehmen. Sie koordinieren Entwicklungsprozesse, bringen unterschiedliche Akteur:innen zusammen und schaffen Orientierung in Zeiten des Wandels. Zugleich zeigt die Studie, dass wirksame Führung auf unterstützende Rahmenbedingungen angewiesen ist. Obwohl Schulleitungen eine zentrale Rolle für die Weiterentwicklung ihrer Schulen spielen, verwenden sie den größten Teil ihrer Leitungszeit für Verwaltungsaufgaben (44 Prozent). Für Schulentwicklung bleibt mit 21 Prozent der geringste Zeitanteil.
Führung stärken, damit Schule sich weiterentwickeln kann
Für die Heraeus Bildungsstiftung bestätigen die Ergebnisse eine zentrale Erfahrung aus der Arbeit mit Schulen: Gute Schulentwicklung beginnt nicht bei Konzepten, sondern bei Menschen. Schulleitungen schaffen die Bedingungen dafür, dass Verantwortung geteilt, Zusammenarbeit gestärkt und Entwicklung gemeinsam gestaltet werden kann.
Zugleich macht die Studie deutlich, dass wirksame Führung heute mehr braucht als fachliche Expertise. Selbstführung, Kommunikation, Rollenklarheit und der konstruktive Umgang mit Komplexität werden zunehmend zu Schlüsselkompetenzen von Schulleitungen.
Konsequenzen für die Arbeit der Heraeus Bildungsstiftung
Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, wie Schulen zu lernenden Organisationen werden können: Orte, an denen Verantwortung geteilt, Vertrauen aufgebaut und Entwicklung gemeinsam gestaltet wird. Dazu gehören starke Führungspersönlichkeiten ebenso wie tragfähige Netzwerke und unterstützende Strukturen. Denn je komplexer die Herausforderungen werden, desto wichtiger werden Netzwerke und Kooperationen. Führung wird damit zunehmend zur Netzwerkleistung. Dazu gehört auch eine Schulaufsicht, die Schulen nicht nur steuert, sondern als Unterstützerin und Entwicklungsbegleiterin wirksam begleitet.
Deshalb stärkt die Heraeus Bildungsstiftung Schulleitungen und Lehrkräfte in Leadership und Persönlichkeitsentwicklung und fördert Kooperationen innerhalb von Schulen sowie zwischen den Akteur:innen des Bildungssystems. Denn nachhaltige Entwicklung entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, gemeinsam lernen und Veränderung gestalten. Damit Kinder und Jugendliche Vertrauen in ihre Stärken entwickeln und ihr Leben sowie die Gesellschaft aktiv mitgestalten können.