Studie „Schulaufsicht in Zeiten der Transformation“
Erste Einblicke zeigen hohe Bedeutung von Daten für die Arbeit der Schulaufsicht
Wie begleitet Schulaufsicht Schulen bei ihrer systematischen Weiterentwicklung und welche Rolle spielen dabei Daten? Erste Antworten liefern die Ergebnisse von Interviews mit elf Leitungspersonen der Schulaufsicht aus fünf Bundesländern. Sie wurden im Vorfeld der Studie „Schulaufsicht in Zeiten der Transformation“ geführt.
Gemeinsame Verantwortung für Schulentwicklung
Die Befragten sehen sich gemeinsam mit den Schulleitungen in der Verantwortung für erfolgreiche Bildungs- und Entwicklungsprozesse. Demnach handeln Schulen eigenverantwortlich, während die Schulaufsicht letztverantwortlich bleibt, die Schulqualität zu sichern.
Daten als Schlüssel für Steuerung und Unterstützung
Daten sind nach Aussage der Befragten relevant für die Arbeit der Schulaufsicht. Sie beschreiben die datengestützte Steuerung als einen „Paradigmenwechsel“: Diese ermöglicht es, schulische Situationen differenzierter einzuordnen, Wahrnehmungen zu objektivieren und Entwicklungsprozesse zielgerichteter zu begleiten. Besonders häufig nutzt Schulaufsicht nach Aussagen der Befragten Statistiken und Leistungsdaten von Schülerinnen und Schülern. Daten aus anderen Quellen – etwa Schulinspektionen oder Befragungen – kommen seltener zum Einsatz.
Unterschiedliche Rahmenbedingungen in den Bundesländern
Deutlich werden auch Unterschiede in den Rahmenbedingungen der Schulaufsicht in den verschiedenen Bundesländern: Daten stehen der Schulaufsicht je nach Bundesland in unterschiedlicher Bandbreite, Tiefe und Aufbereitungsform zur Verfügung. In drei der fünf Bundesländer wird an einer Strategie für datengestützte Qualitätsentwicklung gearbeitet.
Datengestützter Dialog mit Schulleitungen
In allen Bundesländern spielen Daten auch im Austausch mit Schulleitungen eine Rolle. In vier von fünf Bundesländern finden systematische Qualitätsgespräche auf Basis schulbezogener Daten statt, die häufig in Ziel- und Leistungsvereinbarungen münden.
Die Interviews liefern einen ersten Einblick in Rollenverständnisse und Handlungsstrategien der Schulaufsicht. Die Vorstudie ist Teil eines mehrstufigen Forschungsprojekts, das in den folgenden beiden Teilstudien weiter vertieft wird.
Die Studie „Schulaufsicht in Zeiten der Transformation“ wurde von der Heraeus Bildungsstiftung gemeinsam mit der Wübben Stiftung Bildung in Auftrag gegeben hat und wird von Prof. Dr. Kathrin Dedering von der Universität Erfurt geleitet.
Mehr über die Studie
In der Studie „Schulaufsicht in Zeiten der Transformation“ wird Schulaufsicht in Deutschland sowohl als eigenständiges Unterstützungssystem schulischer Transformation als auch als Teil eines Gesamtsystems staatlicher Unterstützungsstrukturen untersucht.
Ziel ist es zum einen, ein klares Bild der Aufgaben, Rollen und Verantwortlichkeiten der Schulaufsicht innerhalb der Bildungsverwaltung zu gewinnen. Dabei wird analysiert, mit welchen – insbesondere datengestützten – Strategien Schulaufsicht schulische Entwicklungsprozesse unterstützt und ihre Führungsaufgabe gegenüber Schulen wahrnimmt.
Zum anderen untersucht die Studie die Wechselwirkungen zwischen Schulaufsicht und weiteren Unterstützungssystemen schulischer Transformation, etwa Landes- oder Qualitätsinstituten. Im Mittelpunkt stehen Aufgaben- und Rollenverteilung, Schnittstellen, Kooperationsformen und Kommunikationsstrukturen sowie das Zusammenwirken im Gesamtsystem.