Schlagwort: Schulleitung

  • Nationaler Bildungsbericht „Bildung in Deutschland“

    Nationaler Bildungsbericht „Bildung in Deutschland“

    Denn die Aufgaben werden nicht weniger. Fachkräftemangel, zunehmende Heterogenität, Bildungsungleichheit, Digitalisierung und knappe Ressourcen prägen den Alltag vieler Schulen. Zugleich benennt der Bericht die Gewinnung, Bindung und Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte ausdrücklich als zentrale Herausforderung des Bildungssystems.  

    Es geht nicht nur um mehr Personal

    Der Bericht zeichnet ein differenziertes Bild. Während sich der Lehrkräftemangel im Primarbereich perspektivisch entspannen könnte, bleibt er insbesondere in der Sekundarstufe hoch. Gleichzeitig steigt der Anteil von Lehrkräften ohne klassische Lehramtsausbildung. Bundesweit verfügen inzwischen 12 Prozent der voll- und teilzeitbeschäftigten Lehrkräfte über keine anerkannte Lehramtsprüfung. 

    Diese Entwicklung erhöht den Bedarf an professioneller Begleitung und Qualifizierung. Zugleich verändern sich die Anforderungen an den Beruf. Individuelle Förderung, Ganztagsausbau, multiprofessionelle Zusammenarbeit und digitale Transformation gehören heute selbstverständlich zum Schulalltag. 

    Neue Aufgaben erfordern neue Kompetenzen

    Auch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Professionen gewinnt an Bedeutung. An den meisten Schulen arbeiten inzwischen weitere pädagogische Fachkräfte. Viele Schulleitungen sehen die Koordination dieser Zusammenarbeit als wichtige Aufgabe, berichten jedoch gleichzeitig von fehlenden Kapazitäten dafür. 

    Für die Heraeus Bildungsstiftung ergeben sich daraus mehrere Handlungsfelder. Wir sehen einen wachsenden Bedarf an Programmen für Schulleitungen und Führungsteams, die Priorisierung, Schulentwicklung und den Umgang mit komplexen Veränderungsprozessen verbinden. Ebenso leiten wir aus den Ergebnissen einen hohen Qualifizierungsbedarf zu Basiskompetenzen und Bildungsgerechtigkeit ab – insbesondere für Schulen in herausfordernden Lagen. 

    Der Bericht bestätigt uns darin, dass Digitalität und Künstliche Intelligenz nicht als reine Technikthemen verstanden werden sollten. Für Schulen geht es zunehmend darum, diese Entwicklungen pädagogisch sinnvoll zu nutzen und in Lernprozesse, Führung und Schulentwicklung zu integrieren. 

    Auch die zunehmende Bedeutung multiprofessioneller Teams spricht aus unserer Sicht für Angebote, die Zusammenarbeit, Rollenklärung und gemeinsame Verantwortung stärken. Die Ergebnisse legen zudem nahe, dass Qualifizierung künftig stärker als langfristiger Entwicklungsprozess gedacht werden sollte – mit Transfer, Begleitung, kollegialem Lernen und Evaluation statt ausschließlich punktueller Fortbildungsangebote. 

    Für Lehrkräfte geht es aus unserer Sicht vor allem um die Weiterentwicklung von Unterricht, Förderung und den professionellen Umgang mit Digitalität und Künstlicher Intelligenz. Für Schulleitungen wird es zunehmend wichtiger, Teams zu entwickeln, Prioritäten zu setzen und Schulentwicklung unter knappen Ressourcen zu gestalten. 

    Über den Nationalen Bildungsbericht

    Der nationale Bildungsbericht für Deutschland wird von einer unabhängigen Gruppe von Wissenschaftler:innen unter der Federführung des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation erarbeitet.

  • Stiftungsinitiative „Grundschule voraus“ wird von der Stadt Hamburg fortgesetzt

    Stiftungsinitiative „Grundschule voraus“ wird von der Stadt Hamburg fortgesetzt

    2023 haben die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., die Heraeus Bildungsstiftung und die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS in Kooperation mit dem Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung in Schulen (LI) die Initiative „Grundschule voraus“ ins Leben gerufen. Die teilnehmenden Lehrkräfte werden mit Erfahrungen in gestaltenden Leitungsaufgaben auf ihrem Weg zur Grundschulleitung qualifiziert und begleitet.

    Das berufsbegleitende Qualifizierungsprogramm besteht aus drei Bausteinen: dem Führungstraining, begleitenden Netzwerkveranstaltungen und einem Praxisprojekt in der Schule. Ziel ist, die Lehrkräfte durch die einjährige Weiterbildung optimal auf den Beruf der Schulleitung vorzubereiten. Unterstützt wird die Initiative durch ein großes Netzwerk aus Schule, Bildung und Wissenschaft.

    Mit der Übernahme von ‚Grundschule voraus‘ als Landesprogramm setzen wir in Hamburg ein starkes Zeichen für die gezielte Förderung unseres Führungskräftenachwuchses an Grundschulen. Das Programm hat bereits bewiesen, wie praxisnah und wirksam es Lehrkräfte auf die verantwortungsvolle Aufgabe der Schulleitung vorbereitet. Ich danke den Stiftungen für ihr Engagement und freue mich, dass wir dieses erfolgreiche Qualifizierungsangebot nun dauerhaft in Hamburg verankern und damit die Qualität unserer Grundschulen weiter stärken.

    Bildungssenatorin Ksenija Bekeris

    Angehende Grundschulleitungen auf ihrem Weg begleiten zu dürfen und sie in ihrer Persönlichkeit sowie Gestaltungskompetenz zu stärken, war uns eine große Freude. Die systematische Fortführung verstehen wir auch als Ausdruck gelingender und vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen den Stiftungen und der Bildungsbehörde. Unser besonderer Dank gilt allen Programmteilnehmenden für die inspirierende Zusammenarbeit und das entgegengebrachte Vertrauen. Für ihren weiteren Weg – ebenso wie für alle kommenden Jahrgänge am LI – wünschen wir Zuversicht Schule verantwortungsvoll und mutig zu gestalten.

    Ansgar Wimmer, Vorstandsvorsitzender der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.

    Grundschule voraus hat gezeigt, wie wirksam gute Qualifizierung für Schulleitungen sein kann. Die Initiative ermutigt Lehrkräfte, Verantwortung zu übernehmen und Grundschule aktiv mitzugestalten. Besonders wertvoll ist für uns die wissenschaftliche Evaluation der Universität Lüneburg. Die Erkenntnisse daraus nutzen wir, um unsere Programme weiterzuentwickeln. Dass Hamburg Grundschule voraus nun verstetigt, ist ein starkes Signal für die Bedeutung guter Schulleitungsqualifizierung und zugleich eine schöne Anerkennung unserer gemeinsamen Arbeit.

    Alexandra Heraeus, Vorstandsvorsitzende der Heraeus Bildungsstiftung

    Das Projekt ‚Grundschule voraus‘ ist ein voller Erfolg für die Bildung in Hamburg und auch für uns als initiierende Stiftungen. Mit ‚Grundschule voraus‘ haben wir eindrücklich gezeigt, dass wir als Stiftungen mit unserer Arbeit in die Gesellschaft wirken und mit Schulen, Behörde und Wissenschaft erfolgreich an einem Strang ziehen. Als ZEIT STIFTUNG BUCERIUS wollen wir Wandel anstoßen, nachhaltig Impulse setzen und Menschen zum Mitgestalten ermutigen.

    Prof. Manuel Hartung, Vorstandsvorsitzender der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS

    Das Weiterbildungsprogramm „Grundschule voraus“ richtet sich an Hamburger Grundschullehrkräfte ab dem fünften Berufsjahr, die sich vorstellen können, künftig mehr Führungsverantwortung zu übernehmen. Das einjährige und berufsbegleitende Qualifizierungsprogramm, das aus drei Modulen (Akademietage – Netzwerk – Praxisprojekt) besteht, wurde in den ersten drei Jahrgängen (2023, 2024 und 2025) bereits von 52 Hamburger Grundschullehrkräften erfolgreich absolviert. Rund die Hälfte aller Teilnehmenden sind heute in einer Führungsposition – zum Schuljahr 2026/27 startet bereits der vierte Jahrgang.

    Projektfilm Grundschule voraus

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    Mehr Informationen

    Fotos von der Abschlussveranstaltung des dritten Jahrgangs am 17. Juni 2026. (c) Ulrich Perrey

  • Exzellenzcamp 2026 „#Mutausbruch_Schule“

    Exzellenzcamp 2026 „#Mutausbruch_Schule“

    Was gibt Menschen Kraft, sich jeden Tag für eine Schule einzusetzen, in der junge Menschen ihre Stärken entfalten können?

    Mit dieser Frage kamen die diesjährigen Preisträger:innen des Deutschen Lehrkräftepreises zum Exzellenzcamp in das Stiftungshaus der Heraeus Bildungsstiftung nach Hanau. Unter dem Motto „#Mutausbruch_Schule“ stand ein gemeinsames Ziel im Mittelpunkt: voneinander lernen, Erfahrungen teilen und neue Energie für die eigene Arbeit gewinnen.

    „Sie hören nicht auf, an Schüler:innen zu glauben.“

    Die ausgezeichneten Lehrkräfte und Schulleitungen verbindet eine Haltung, die im Schulalltag den Unterschied macht: Sie hören nicht auf, an ihre Schüler:innen zu glauben. Sie wollen jungen Menschen zeigen, dass sie etwas bewegen können, und geben ihnen Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten.

    In Workshops und Gesprächen ging es darum, eigene Stärken sichtbar zu machen, Herausforderungen im Schulalltag konstruktiv zu begegnen und Erfolge miteinander zu teilen. Viele Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, Erfahrungen aus unterschiedlichen Schulformen und Bundesländern auszutauschen und neue Verbindungen zu knüpfen, die über das Exzellenzcamp hinaus Bestand haben.

    Wer gibt jungen Menschen Orientierung?

    Ein besonderer Programmpunkt war der Austausch mit Dinesh Kumari Chenchanna vom ZDF. Mit der Initiative ZDF goes Schule unterstützt das ZDF den neuen Sonderpreis Medien und Demokratie des Deutschen Lehrkräftepreises. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmenden darüber, wie Schule jungen Menschen Orientierung geben kann – in einer Zeit, in der Informationen jederzeit verfügbar sind und traditionelle Autoritäten zunehmend hinterfragt werden.

    Viele Gespräche kreisten um die Frage, wie Schulen junge Menschen dabei unterstützen können, sich in einer zunehmend komplexen Welt zurechtzufinden. Dabei ging es weniger um fertige Antworten als um die Erfahrung, selbst etwas bewirken zu können. Immer wieder wurde deutlich, wie wichtig es ist, Schüler:innen Verantwortung zuzutrauen und sie zu ermutigen, ihre Umwelt aktiv mitzugestalten. Der Austausch mit Kolleg:innen aus anderen Schulen eröffnet dafür neue Perspektiven und hilft, eigene Ideen weiterzuentwickeln.

    Eine Community, die verbindet

    An diesem Punkt setzt das Alumni-Programm des Deutschen Lehrkräftepreises an. Denn mit der Preisverleihung hört die gemeinsame Reise nicht auf. Die Heraeus Bildungsstiftung begleitet die Preisträger auch über die Auszeichnung hinaus und schafft Räume für Austausch, kollegiale Unterstützung und gemeinsames Lernen.

    Viele der Gespräche werden deshalb nicht mit dem Exzellenzcamp enden. Sie werden in unserer Community fortgeführt – dort, wo Lehrkräfte und Schulleitungen jungen Menschen etwas zutrauen.

  • Bildungsdialog in Halle 2026: Mehr Praxis in Schule

    Bildungsdialog in Halle 2026: Mehr Praxis in Schule

    Am 18. Mai kamen im Designhaus Halle, dem Gründungs- und Kommunikationszentrum der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Entscheider:innen und Vordenker:innen aus Politik, Schule, Kultur und Wissenschaft aus Sachsen-Anhalt zusammen – darunter auch Bildungsminister Jan Riedel. Ziel war es, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

    Wie macht Schule handlungsfähig?

    Die Diskussionen des Abends kreisten um die Frage: „Lernen fürs Leben. Wie macht Schule junge Menschen handlungsfähig für eine Arbeitswelt im Wandel?“ 

    Für die Heraeus Bildungsstiftung begrüßten Christine Heraeus und Martin Fugmann die Gäste. Martin Fugmann und Christiane Lohrmann moderierten die Impulse und Fragerunden. 

    Bildung aus unterschiedlichen Perspektiven sehen

    Unserer Einladung gefolgt waren neben Bildungsminister Riedel unter anderem auch Staatssekretär Jürgen Böhm, LISA-Direktor Thomas Schödel, Britta Grahneis von der Handwerkskammer Halle, Franziska Hornig von der Leopoldina, Ludwig Thiede von LifeTeachUs, Lisa Wiedemuth vom Gen Ost Jugendfonds, Michael Fritz von der Initiative Zukunft Bildung und Dirk Zorn von der Bertelsmann Stiftung. 

    Freiräume nutzen – Ressourcen eigenständig einsetzen

    Bildungsminister Riedel betonte die Bedeutung der Menschen vor Ort. Gute Schule entstehe dort, „wo Menschen eigenständige Entscheidungen treffen, Freiräume wahrnehmen und Menschen motivieren“. Politik müsse Voraussetzungen schaffen, die eigenverantwortliches Handeln ermöglichen. In Sachsen-Anhalt sei dies an vielen Stellen bereits möglich, ergänzte Staatssekretär Jürgen Böhm.

    Riedel sieht dabei vor allem die Freiheit von Schulen entscheidend, Ressourcen eigenständig einzusetzen. Zudem sprach er sich dafür aus, Schulen stärker mit ihrem Sozialraum zu vernetzen, Expert:innen von außen einzubinden und so Praxis in Schule zu holen. 

    Schüler:innen beim Erwachsenwerden begleiten

    Ein Beispiel dafür stellte Ludwig Thiede mit LifeTeachUs vor. Das Startup bringt Menschen aus unterschiedlichen Lebensbereichen in Schulen. Sie teilen ihr Praxiswissen und ihre Erfahrungen mit Schüler:innen und begleiten sie beim Erwachsenwerden. „Jeder trägt etwas in sich, das er an Schülerinnen und Schüler weitergeben kann“, sagte Thiede. 

    Lucienne Balke vom Landesschülerrat machte deutlich, dass viele Schüler:innen sich mehr echte Mitgestaltung wünschen. Schule brauche mehr Praxisbezüge und mehr Räume, in denen junge Menschen mitreden und Verantwortung übernehmen können. Beteiligung müsse fester Teil des Schulalltags werden. 

    Auch Lisa Wiedemuth von der Sitftung Bürger für Bürger in Halle stellte den Gen Ost Jugendfonds vor, der junge Menschen darin unterstützt, eigene Ideen umzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. 

    Fotos: Max Mendez

    BildungsCampusLeadership

    Gemeinsam mit dem Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt und dem Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA) realisieren wir den BildungsCampusLeadership Sachsen-Anhalt (BCL).

    Der BCL ist ein innovativer Lern- und Gestaltungsort, um schulische Führungskräfte und Nachwuchskräfte gezielt in ihrer Handlungskompetenz zu stärken. Hier entstehen Räume für Austausch, Reflexion und Vernetzung – Schulleitungen und Lehrkräfte lernen miteinander und voneinander.

    BildungsCampusLeadership

  • Akademietag fördert Austausch von Leitungskräften

    Akademietag fördert Austausch von Leitungskräften

    Kooperation mit der Stiftung Ein Quadratkilometer Bildung
    Akademietag fördert Austausch von Leitungskräften

    Die Heraeus Bildungsstiftung kooperiert mit der Stiftung Ein Quadratkilometer Bildung.

    Im Rahmen dieser Zusammenarbeit fand im März 2026 in Ronnenberg der zweite Akademietag für Leitungskräfte statt.

    13 Schulleitungen und zehn Leitungen Pädagogischer Werkstätten aus sechs Bundesländern tauschten sich in Workshops zu den Themen Team- und Kommunikationskultur, effektive Zusammenarbeit und Projektmanagement aus.

    Die Stiftung Ein Quadratkilometer Bildung setzt sich dafür ein, Bildungschancen für Kinder und Jugendliche in sozial benachteiligten Quartieren zu verbessern. Sie arbeitet dabei eng mit Schulen, Kitas und lokalen Partnern zusammen. Zugleich stärkt sie Bildungsnetzwerke vor Ort, um nachhaltige Entwicklung im direkten Lebensumfeld junger Menschen zu ermöglichen.

    Damit die Teilnehmer:innen ihren Austausch auch nach dem Präsenztreffen aktiv weiterführen können, sind weitere digitale Workshops sowie ein dritter Akademietag geplant.

    Der Akademietag der Stiftung Ein Quadratkilometer Bildung knüpft damit direkt an zentrale Ansätze der Heraeus Bildungsstiftung an: Persönlichkeitsentwicklung, Leadership und Beziehungskultur. Im Fokus steht eine Führung, die Menschen stärkt, Zusammenarbeit ermöglicht und Entwicklung im Schulalltag verankert.

  • Orientierungspapier zu KI-bezogenen Schulleitungsfortbildungen

    Orientierungspapier zu KI-bezogenen Schulleitungsfortbildungen

    Forum Bildung Digitalisierung
    Orientierungspapier bietet Überblick zu aktuellen KI-Fortbildungsangeboten für Schulleitungen

    Das Forum Bildung Digitalisierung (FBD) hat ein neues Orientierungspapier zu KI-bezogenen Schulleitungsfortbildungen in Deutschland veröffentlicht. Es zeigt klar: Künstliche Intelligenz ist ein zentraler Hebel für nachhaltige Schulentwicklung.

    Die Analyse von 41 Fortbildungsangeboten macht aber deutlich: Der Schwerpunkt liegt bislang auf Verstehen und Anwenden von KI. Deutlich seltener werden Reflexion und Mitgestaltung adressiert. Langfristige Formate, Teamansätze und begleitete Transferphasen in der eigenen Schule bleiben die Ausnahme. Zugleich erreichen bestehende Angebote vor allem bereits KI-affine Schulleitungen – viele andere bleiben aufgrund von Zeitdruck, Unsicherheiten oder fehlender Relevanz außen vor.

    Das Papier benennt daher konkrete Bedarfe für wirksame Fortbildung:

    • längerfristige, praxisnahe Formate mit Raum für Erprobung und Reflexion
    • zielgruppenspezifische Angebote – auch für Schulleitungsteams
    • eine kritisch-konstruktive Haltung zu KI
    • partizipative und agile Führungskultur
    • ein qualifiziertes Unterstützungssystem mit klaren rechtlichen Rahmenbedingungen
  • „Wohlbefinden ist eine zentrale Aufgabe der Schulleitung“

    „Wohlbefinden ist eine zentrale Aufgabe der Schulleitung“

    André Szymkowiak im Gespräch mit Thorsten Timmerarens
    André Szymkowiak © Heraeus Bildungsstiftung

    André Szymkowiak leitet das Gymnasium Thusneldastraße in Köln. 2023 wurde er mit dem Deutschen Lehrkräftepreis in der Kategorie „Vorbildliche Schulleitung“ ausgezeichnet. Für ihn steht fest: Wohlbefinden ist kein „Nice-to-have“, sondern die Grundlage für gelingendes Lernen – und damit eine zentrale Aufgabe der Schulleitung. Im Gespräch erklärt er, wie Vertrauen, Beteiligung und klare Strukturen Schule verändern können.  

    André, Wohlbefinden ist für dich die Grundlage jeder Schulgemeinschaft. Ist das nicht etwas übertrieben?  

    André Szymkowiak: Für mich ist völlig klar: Gerne zur Schule zu kommen und gerne zu lernen ist die Basis, damit Lernen wirklich stattfindet. Natürlich kann man auch durch Druck lernen, weil man Prüfungen bestehen muss – aber das ist kein echtes, innerlich motiviertes Lernen. Wir wollen, dass aus Überzeugung gelernt wird. Das gelingt nur in einer guten Atmosphäre – wenn man gerne hingeht und sich wohlfühlt.

    Was folgt daraus für Schulleitungen? 

    Wenn man das ernst nimmt, muss man überlegen, wie diese Atmosphäre entsteht. Dazu gehört, dass auch das Kollegium gerne zur Schule kommt. Wenn Lehrerinnen und Lehrer mit „dickem Hals“ kommen, können sie keine positive Stimmung verbreiten. Meine Aufgabe ist es, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass sie gerne kommen. Das setzt sich durch die ganze Schulgemeinschaft fort – auch Eltern müssen sich willkommen fühlen und nicht als Störfaktor. Das braucht Zeit, aber irgendwann spüren es alle.

    Gab es einen persönlichen Moment, der diesen Gedanken bei dir gefestigt hat?  

    Ich habe als Lehrer in verschiedenen Kontexten erlebt, dass Kolleginnen und Kollegen gegeneinander gearbeitet haben und die Schulleitung auf Wohlbefinden kein Wert gelegt hat. Da bleibt unglaublich viel Potenzial liegen, weil Menschen innerlich kündigen. Das können wir uns nicht leisten.

    War für dich klar: Wenn ich mal in der Schulleitung bin, mache ich es anders? 

    Ja, definitiv. Es gibt nicht den perfekten Schulleiter oder die perfekte Schulleiterin. Man muss seinen eigenen Weg finden – von guten und schlechten Vorbildern lernen. Manche übernehmen Verhaltensmuster, die sie selbst früher kritisiert haben, nach dem Motto: So macht man das eben. Das ist falsch. Man muss reflektieren und bewusst anders handeln.

    Wie äußert sich das in deinem Führungsstil?

    Durch Verantwortung und Vertrauen. Ich halte mich bewusst zurück, auch wenn ich anderer Meinung bin – das ist nicht leicht. Aber wenn man alles selbst entscheidet, kommen alle ständig zur Absicherung. Ich will, dass sie selbst entscheiden. Ich berate, aber ich bestimme nicht. Führen heißt für mich: laufen lassen können.

    Wie sieht das in der Praxis aus?

    Wir arbeiten mit Koordinationsteams statt Einzelverantwortlichen. Die Teams entscheiden alles, was ihren Bereich betrifft. Beispiel: die Einschulung der Fünftklässler:innen. Das macht das Team Erprobungsstufe komplett – inklusive Anmeldegespräche. Viele Schulen erwarten, dass die Schulleitung diese Gespräche führt. Ich halte mich raus, weil das Team sagt: Wir müssen die Kinder kennen. Dann mache ich das nicht – konsequent.

    Du hast die Eltern angesprochen. Wie holst du sie ins Boot?  

    Durch echte Gespräche, nicht durch Newsletter. Ich spreche regelmäßig mit der Schulpflegschaft und den Elternvertretungen. So entsteht Partizipation: Sie erhalten mehr Informationen, werden in Prozesse eingebunden und erleben, dass ihre Meinung zählt. Wichtig ist, diesen Mehrwert einzulösen – nicht fragen und dann doch allein entscheiden.
    Ein Qualitätsmerkmal für mich: Wir haben rund 35 % Geschwisterkinder. Familien, die ihre Kinder schon bei uns haben, schicken auch die nächsten – obwohl es in Köln viele Alternativen gibt. Das ist der beste Vertrauensbeweis.

    Welche ersten Schritte würdest du empfehlen, um eine solche Kultur aufzubauen?  

    • Zuhören. Mit dem Kollegium sprechen: Wie geht es dir? Was brauchst du?
    • Verantwortung geben. Entscheidungen dort treffen lassen, wo sie anfallen.
    • Ansprechbar sein. Sichtbar sein, Präsenz zeigen, Vertrauen aufbauen.

    Zum Schluss – deine Botschaft an Schulleitungen in Deutschland?  

    Jedes Individuum mit seinen Bedürfnissen wahrnehmen – Schülerinnen und Schüler, Eltern, Kolleginnen und Kollegen. Wenn jemand ein Problem hat, gemeinsam nach Lösungen suchen, statt zu sagen: Da könnte ja jeder kommen.
    So entsteht Vertrauen – das Gegenteil von Ohnmacht. Das ist Wohlbefinden: sich sicher und ernst genommen fühlen.

  • didacta 2026: Wir machen Schulleitung zum Thema

    didacta 2026: Wir machen Schulleitung zum Thema

    Wirksam im Wandel
    Heraeus Bildungsstiftung macht Schulleitung zum Thema auf der didacta 2026 

    Wie gelingt Führung, die Schulen durch Zeiten des tiefgreifenden Wandels trägt? Die Heraeus Bildungsstiftung greift diese zentrale Frage auf und bringt das Thema Schulleitung mit zwei Podiumsdiskussionen auf die größte Bildungsmesse Deutschlands. 

    Am 11. März 2026 setzen wir auf der didacta in Köln ein klares Zeichen: Schulische Transformation braucht Führung, die Orientierung gibt, Verantwortung teilt und Entwicklung im Kollegium ermöglicht. 

    Schulleitung mit Wirkung – Kollegien im Wandel stärken 
    11. März 2026 | 11:45–12:30 Uhr | Forum didacta aktuell 

    Was macht Schulleitung wirksam – gerade in herausfordernden Zeiten? 
    Diese Podiumsdiskussion zeigt, wie Leitungspersönlichkeiten Vertrauen aufbauen, Klarheit schaffen und gemeinsames Lernen im Kollegium fördern. Im Mittelpunkt stehen konkrete Erfahrungen aus dem Schulalltag sowie Erkenntnisse aus Wissenschaft und Verbandsarbeit. 

    Ausgangspunkt ist der Deutsche Lehrkräftepreis (DLP), der sichtbar macht, was gutes Leitungshandeln bewirkt: Wenn Lehrkräfte ihre Schulleitung nominieren, wird Führung aus der Perspektive derjenigen gewürdigt, die sie täglich erleben. 

    Auf dem Podium diskutieren: 

    • Martin Fugmann, Geschäftsführender Vorstand der Heraeus Bildungsstiftung und Schulleiter des Ev. Stiftisches Gymnasiums Güthersloh
    • Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes
    • Christian Stork, Lehrer am Städtischen Gymnasium Thusneldastraße Köln Deutz
    • André Szymkowiak, Schulleiter des Städtischen Gymnasiums Thusneldastraße Köln Deutz
    • Moderation: Jan-Martin Wiarda, Journalist 

    Schulleitung voraus – Wie Lehrkräfte den Weg in Führung finden 
    11. März 2026 | 15:30–16:15 Uhr | Forum Bildungsperspektiven  

    Der Mangel an Schulleitungen ist kein Randphänomen. Zugleich zeigt die Forschung: Mehr als ein Viertel der Lehrkräfte kann sich grundsätzlich vorstellen, eine Führungsrolle zu übernehmen. Warum bleibt dieses Potenzial so oft ungenutzt? 

    Diese Diskussionsrunde richtet den Blick nach vorn. Sie beleuchtet, was Lehrkräfte motiviert, Verantwortung zu übernehmen – und welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit aus Potenzial echte Bereitschaft wird. Im Fokus stehen aktuelle Studien und Praxisbeispiele, die deutlich machen: Voramtsqualifizierungen, gezielte Förderung und transparente Laufbahnperspektiven erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Lehrkräfte den Schritt in Führung gehen. 

    Impulse aus Praxis, Qualifizierung und Forschung geben: 

    • Martin Fugmann, Geschäftsführender Vorstand Heraeus Bildungsstiftung und Schulleiter des Ev. Stiftisches Gymnasiums Güthersloh  
    • Prof. Dr. Marcus Pietsch, DFG-Heisenberg-Professur für Bildungsmanagement und Qualitätsentwicklung Prodekan und Forschungdekan der Fakultät Bildung Leuphana Universität Lüneburg 
    • Jessica Prehm, Schulleiterin der Katharinenschule in der Hafencity Hamburg           
    • Christiane von Schachtmeyer, Referatsleitung Personalentwicklung/Leitung der Agentur für Schulberatung (komm.) Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung in Schulen (LI) Hamburg         
    • Moderation: Jan-Martin Wiarda, Journalist  

    Warum wir Schulleitung zum Thema auf der didacta machen 

    Schulleitungen prägen Schulkultur und sind damit ein zentraler Hebel für gelingende Schulentwicklung. In der Transformation sind sie mehr denn je als Leader gefragt, die Orientierung geben, Räume für Innovation öffnen und Menschen darin bestärken, Verantwortung zu übernehmen. 

    Wir verstehen Schulleitung nicht als Karriereziel, sondern vor allem als Beziehungs- und Gestaltungsaufgabe. Mit unseren Beiträgen auf der didacta 2026 möchten wir zeigen, wie Persönlichkeit, Haltung und Struktur zusammenspielen müssen, damit Schule wirksam transformiert werden kann. 

    Diskutieren Sie mit uns auf der didacta 2026 über wirksame Schulleitung im Wandel. 

  • Weiterbildung „Schule neu denken“ für Schulleitungen

    Weiterbildung „Schule neu denken“ für Schulleitungen

    Andrea Seitz und Thorsten Klaus
    Andrea Seitz und Thorsten Klaus

    Thorsten Klaus: Ich bin noch ganz beseelt, wenn ich an die Gruppe denke und an die Themen, die die Teilnehmenden bewegen möchten und schon bewegen.
    Andrea und ich waren beeindruckt, wie Schulleitungen sich neben ihrem operativen Geschäft die notwendige Zeit freiräumen, um Transformationsprozesse wirksam zu gestalten.
    Und dass die Stiftung einen Alumnikreis aufbauen will – von Schulleitungen, die ihre Schulen weiterentwickeln –, das begeistert mich.

    Thorsten Klaus: Eine Sehnsucht, Schule besser zu machen. Und die Diagnose, dass Schulen ihr eigenes Potenzial, Schülerinnen und Schüler wirklich auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten, nicht wirklich nutzen. Schulen haben über Jahrzehnte eine starke „Beharrungskompetenz“ entwickelt – diese Schritt für Schritt aufzuweichen, das war das Einende.

    Thorsten Klaus: Eine große Stärke des Formats liegt in der Netzwerkbildung: zu sehen, wie andere Schulen etwas umsetzen oder gelöst haben, was für einen selbst noch ein dickes Fragezeichen ist. Diese kollegiale Unterstützung wurde durchweg als besonders hilfreich erlebt.
    Dazu kamen die Impulsgeber:innen von außen, wie zum Beispiel Micha Pallesche, Björn Nölte und Andrea Franke. Sie haben die Teilnehmenden herausgefordert, neu zu denken –ohne die Früchte zu hochzuhängen.
    Und: Die Module fügen sich zu einem sinnstiftenden roten Faden zusammen. Diese Rückmeldung hat Andrea und mich sehr gefreut. Unser „Plan“ scheint aufgegangen zu sein.
    Der Aufbau eines starken Netzwerks, die alltagsnahen Impulse und die Prozessbegleitung – das war wirksam.

    Thorsten Klaus: Andrea und ich hatten den Anspruch die Inhalte immer wieder auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden anzupassen. Wir waren in der Prozessbegleitung – mit hoher Zielorientierung und zugleich hoher Prozessorientierung.
    In den Online-Sessions gab es einen lebendigen Mix aus Impulsen von Gästen und Interaktionen: Breakouts, Reflexionen in Teams, Peer-Gruppen und Fallberatungen. Zugleich nehmen wir mit, dort noch mehr Raum für informelle Gespräche einzubauen – das ist machbar und sinnvoll.

    Thorsten Klaus: Schulleitungen, die wirklich etwas bewegen wollen! Schulleitungen, die im Idealfall mitten im Transformationsprozess sind oder bereit sind, ihn jetzt zu starten.
    Unsere wichtigste Empfehlung: Anmelden sollten sich idealerweise zwei, drei oder mehr Personen aus der Schulleitung. Die Erfahrung aus der ersten Runde zeigt: Die Schulleiter:innen, die als Teams teilgenommen haben, haben „Schule neu denken“ als besonders gewinnbringend erlebt.

    Thorsten Klaus: Ganz einfach: Die Teilnehmenden und ihre Fragen und Bedarfe stehen bei uns im Vordergrund. Bei „Schule neu denken“ gibt es, strenggenommen, keine Teilnehmenden – sondern nur Teilgebende.

    Thorsten Klaus: Auf den Balkon zu steigen, von oben auf die Tanzfläche des Schulalltags zu schauen und wirksame Interventionen zu gestalten – solche Balkonbesuche kommen im Schulmanagementalltag häufig zu kurz.
    Unsere Prozessbegleitungsreihe gibt Methoden, Raum und Zeit dafür. Der Mix aus Beratung, Training und Wissens- und Methodenimpulsen stärkt die professionelle Intuition der Schulleitungen für die Organisation und Führung wirksamer Transformationsprozesse.  Diese Mischung aus Professionalität und Gespür macht den Unterschied.

  • Bildungscampus Leadership wird fortgesetzt

    Bildungscampus Leadership wird fortgesetzt

    Gemeinsam für starke Schulleitungen in Sachsen-Anhalt
    Kooperationsvereinbarung für Bildungscampus Leadership verlängert

    Der Bildungscampus Leadership wird 2026 fortgesetzt. Mit der Verlängerung der Kooperationsvereinbarung für das Jahr 2026 bleibt das Programm eine verlässliche Grundlage für die moderne und praxisnahe Qualifizierung schulischer Führungskräfte.

    Am 2. Dezember 2025 unterzeichneten das Ministerium für Bildung, das Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA) und die Heraeus Bildungsstiftung in Halberstadt die Fortsetzung der Zusammenarbeit.

    Thomas Schödel, Jürgen Böhm und Martin Fugmann unterzeichnen die Vertragsverlängerung des Bildungscampus Leadership
    Thomas Schödel, Jürgen Böhm und Martin Fugmann (v. l.) unterzeichnen die Vertragsverlängerung.

    Damit können Schulleitungen in Sachsen-Anhalt auch 2026 auf ein wirksames, zukunftsorientiertes Qualifizierungsangebot bauen.

    Wir freuen uns, die erfolgreiche Zusammenarbeit weiterzuführen und damit die Schulleitungen in Sachsen-Anhalt zu stärken. Schulen brauchen eine Führungskräfte, die kooperativ handeln, reflektiert entscheiden und lernbereit bleiben. Der ‚Bildungscampus Leadership Sachsen-Anhalt‘ hat sich als wirksames Format etabliert – mit der Verlängerung gehen wir diesen gemeinsamen Weg konsequent weiter.

    Martin Fugmann, geschäftsführender Vorstand

    Der Bildungscampus setzt weiterhin auf unsere Expertise in der Führungskräfteentwicklung sowie auf qualifizierte Trainer:innen aus unserem Team; zusammen mit dem LISA bringen wir zudem konzeptionelle Erfahrung und starke Netzwerke ein.

    Gemeinsam senden wir ein deutliches Signal für die Zukunftsfähigkeit der Schulen in Sachsen-Anhalt.