Kategorie: Allgemein

  • Kooperationsvereinbarung für Bildungscampus Leadership verlängert

    Kooperationsvereinbarung für Bildungscampus Leadership verlängert

    Gemeinsam für starke Schulleitungen in Sachsen-Anhalt
    Kooperationsvereinbarung für Bildungscampus Leadership verlängert

    Der Bildungscampus Leadership wird 2026 fortgesetzt. Mit der Verlängerung der Kooperationsvereinbarung für das Jahr 2026 bleibt das Programm eine verlässliche Grundlage für die moderne und praxisnahe Qualifizierung schulischer Führungskräfte.

    Am 2. Dezember 2025 unterzeichneten das Ministerium für Bildung, das Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA) und die Heraeus Bildungsstiftung in Halberstadt die Fortsetzung der Zusammenarbeit.

    Thomas Schödel, Jürgen Böhm und Martin Fugmann unterzeichnen die Vertragsverlängerung des Bildungscampus Leadership
    Thomas Schödel, Jürgen Böhm und Martin Fugmann (v. l.) unterzeichnen die Vertragsverlängerung.

    Damit können Schulleitungen in Sachsen-Anhalt auch 2026 auf ein wirksames, zukunftsorientiertes Qualifizierungsangebot bauen.

    Wir freuen uns, die erfolgreiche Zusammenarbeit weiterzuführen und damit die Schulleitungen in Sachsen-Anhalt zu stärken. Schulen brauchen eine Führungskräfte, die kooperativ handeln, reflektiert entscheiden und lernbereit bleiben. Der ‚Bildungscampus Leadership Sachsen-Anhalt‘ hat sich als wirksames Format etabliert – mit der Verlängerung gehen wir diesen gemeinsamen Weg konsequent weiter.

    Martin Fugmann, geschäftsführender Vorstand

    Der Bildungscampus setzt weiterhin auf unsere Expertise in der Führungskräfteentwicklung sowie auf qualifizierte Trainer:innen aus unserem Team; zusammen mit dem LISA bringen wir zudem konzeptionelle Erfahrung und starke Netzwerke ein.

    Gemeinsam senden wir ein deutliches Signal für die Zukunftsfähigkeit der Schulen in Sachsen-Anhalt.

  • Gestalten statt verwalten: Warum Leadership in Schule jetzt entscheidend ist 

    Gestalten statt verwalten: Warum Leadership in Schule jetzt entscheidend ist 

    Gestalten statt verwalten
    Warum Leadership in Schule jetzt entscheidend ist 

    Von Martin Fugmann (erschienen in didacta – Das Magazin für lebenslanges Lernen 4/2025)

    Eine Welle von Veränderungen trifft die Schulen: Künstliche Intelligenz, neue Lernformen, gesellschaftliche Krisen, Digitalität. Wer Schule „managt“, wird von dieser Transformationswelle überrollt. Wer Leadership zeigt, surft sie – und verwandelt Unsicherheit in Gestaltungskraft. 

    Schulleitungen machen den Unterschied. Sie geben Richtung, wenn Gewissheiten fehlen, öffnen Räume für Innovation und schaffen Vertrauen. Leadership heißt: Menschen beteiligen, stärken und Orientierung geben. Systemisch denken, wertebasiert handeln, proaktiv agieren und empathisch führen. 

    Schule als vernetztes System 

    Veränderung in Schulen betrifft immer das Gesamtsystem. Wer digitale Portfolios einführt, verändert den Unterricht. Wer dafür Zeiträume schafft, greift in Organisation ein. Wer Lehrkräfte qualifiziert, betreibt Personalentwicklung. Schulleitungen müssen diese Ebenen miteinander verbinden und antizipieren, wie Entscheidungen auf Lernprozesse, Strukturen und Menschen wirken. 

    Führung gelingt nie allein, sondern in geteilter Verantwortung. Agile Entwicklungsteams, Steuergruppen und professionelle Lerngemeinschaften übernehmen dabei eine Schlüsselrolle. Sie bereiten Veränderungen vor, koordinieren sie, involvieren das Kollegium und sichern nachhaltige Entwicklungszyklen. Am wirksamsten ist Leadership, wenn es gelingt, Lehrkräfte für Selbstführung zu sensibilisieren – wenn sie Verantwortung übernehmen, kollegial beraten, Ergebnisse sichtbar machen und Feedback- sowie Fehlerkultur leben. Schulleitungen schaffen dafür mit Ihren Kollegien den Rahmen: klare Ziele, Zeitfenster und Vertrauen. 

    Werte geben Richtung 

    Schulen brauchen eine klare Werteorientierung. In der Kultur der Digitalität bedeutet das: den Einsatz digitaler Mittel an Schulentwicklungszielen auszurichten – etwa auf Beziehungsarbeit, Chancengerechtigkeit, Demokratiebildung, Potenzialentfaltung und Persönlichkeitsentwicklung. Wenn Schüler:innen in Steuergruppen über Tools oder Lernwege mitentscheiden, geschieht das auf der Basis von Partizipation und Vertrauen. So werden Werte zum Kompass jeder Entscheidung. 

    Entscheidend ist, dass Lernen in der digitalen Transformation nicht an Anwendungskompetenz allein gemessen wird. Schulen brauchen Räume des Wohlbefindens:Lehrkräfte und Schüler:innen brauchen psychologische Sicherheit, um Neues zu wagen. Eine bewusste Beziehungskultur – mit Feedbackrunden, Supervision oder inspirierende Lernräumen – schafft die Grundlage dafür, dass Innovation nicht Angst erzeugt, sondern Motivation. 

    Handeln in Unsicherheit 

    Besonders sichtbar wird Leadership in Zeiten der Unklarheit. Die rasante Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) konfrontiert Schulen mit neuen Fragen: Wie verändern sich Lernen und Prüfungen? Welche Kompetenzen werden künftig entscheidend sein? Schulleitungen müssen diese Themen proaktiv aufgreifen – und zugleich empathisch mit den Sorgen im Kollegium umgehen. 

    Ein Beispiel: Am Evangelisch Stiftischen Gymnasium (ESG) in Gütersloh, meiner Schule mit mehr als 1.100 Schülerinnen und Schülern, begann dieser Prozess bereits 2020. Zunächst entlasteten KI-Systeme bei Korrekturen, später wurden sie in Fachunterricht und Methodik integriert. Sprachmodelle erweiterten den Horizont, datenschutzkonforme Lösungen wurden in Zusammenarbeit mit EdTech-Partnern getestet. KI wurde Bestandteil von Facharbeiten – und damit Gegenstand kritischer Reflexion. Die Fachhochschule Gütersloh erforschte Nutzung, Haltung und Akzeptanz. Entscheidend war der kontinuierliche Dialog mit Kollegium, Schüler- und Elternschaft – und die Förderung engagierter Pionierinnen und Pionieren im Kollegium. Im Sinne der Chancengerechtigkeit stellte die Schule allen Schülerinnen und Schülern gleiche Zugänge zu Tools bereit. 

    Forschung bestätigt, wie entscheidend  Haltung von Leadership bei der Implementierung innovativer Technologie ist: Laut einer Studie von Markus Pietsch und Dana-Kristin Mah lassen sich rund 30 Prozent der Unterschiede bei der Implementierung von KI an Schulen auf das Digital Mindset der Schulleitung zurückführen. Besonders wirksam: Proaktivität – Chancen frühzeitig erkennen – und  Empathie – Sorgen ernst nehmen. Ob KI zur Belastung oder zum Katalysator für Lernen wird, entscheidet sich auch an der Art, wie Schulleitung führt. (Pietsch, Mah: Leading the AI transformation in schools: it starts with a digital mindset, 2024) 

    Ambidextrous Leadership – Führung zwischen Experiment und Struktur 

    Führung in Zeiten der Unsicherheit bedeutet, Gegensätze auszuhalten. Schulleitungen müssen Räume für Experimente öffnen – und zugleich Strukturen sichern, die Orientierung und Qualität bieten. Nur wenn beides gelingt, wird Digitalisierung zu einem nachhaltigen Bestandteil der Lernkultur. 

    Auch der Umgang mit Daten ist ein wichtiger Hebel: Digitale Systeme können Lernprozesse sichtbar machen – nicht zur Kontrolle, sondern zur Reflexion und Weiterentwicklung. So werden Daten zu einem Spiegel für Schulqualität. 

    Haltung zeigen 

    Leadership zeigt sich nicht nur in Strategien, sondern in der inneren Arbeit der Führung: Welche Werte leiten mich? Wie gehe ich mit Widersprüchen um? Wie handle ich in Konflikten? Transformationale Führung nach Michael Schratz bedeutet, Routinen loszulassen, um Raum für Neues zu schaffen. (Schratz: Entwicklung von Schule und Unterricht braucht transformationale Führung – und wie!?, 2025) 

    Am ESG setzen wir auf beziehungsstiftende, teamorientierte Prozesse, die auch die emotionale Ebene bewusst einbeziehen – etwa durch künstlerische Formate, Improvisationstheater oder Methoden aus dem Psychodrama. Sie fördern Selbstreflexion und gemeinsame Willensbildung. Entscheidungen werden zunehmend im Konsens getroffen, auf Basis tragfähiger Beziehungen und Vertrauen. Das erfordert Mut zum Kontrollverlust – und schafft Vertrauen im gesamten Kollegium. 

    Wenn Leadership wirkt 

    Selbstverantwortung, Lernbereitschaft und Neugierde zu fördern – das ist das Ziel vieler Schulen. Doch wirklich transformative Praktiken wie veränderte Zeitstrukturen, interdisziplinäre Lernformate oder kompetenzorientierte Unterrichtssettings stoßen oft an Systemgrenzen. Am ESG haben wir  Lernreisen, Hospitationen und Netzwerkbildung genutzt, um neue Perspektiven zu öffnen. Daraus entstanden Prototypen wie gemeinsame Startphasen vor Unterrichtsbeginn, fächerübergreifende Projekte bis in die Oberstufe, nicht benotete Feedbackgespräche und die Entwicklung einer Maker-Kultur. 

    Professionelle Coaches, Trainer:innen und Künstler:innen begleiteten die Prozesse. Die Schulleitung übernahm Moderation, Kommunikation und die Akquise finanzieller Ressourcen. Entscheidend jedoch blieb: Begeisterung und Engagement vorzuleben. 

    Vernetzt denken – gemeinsam handeln 

    Leadership endet nicht an der Schultür. Transformation gelingt schneller, wenn Schulen sich vernetzen – mit Nachbarschulen, Hochschulen, Unternehmen oder Trägern. Schulleitungen öffnen ihre Schule für Kooperationen und sorgen zugleich für klare Absprachen, damit Projekte Wirkung entfalten. So wird Leadership zur regionalen Aufgabe mit Strahlkraft über die einzelne Schule hinaus. 

    Junge Menschen stärken 

    Am Ende steht der Kern schulischer Arbeit: junge Menschen zu befähigen, Verantwortung zu übernehmen und Selbstwirksamkeit zu erleben. Gestaltende Führung bedeutet, Mut zu machen – Neues zu ermöglichen, ohne die Orientierung zu verlieren. 

    So entstehen Schulen, in denen gilt: „Meine Stimme zählt. Ich kann Verantwortung übernehmen. Ich kann etwas bewirken.“ Leadership schafft die Voraussetzung dafür. 

  • Beiratssitzung in der Alea School: Wie innovative Ideen die Schullandschaft bereichern

    Beiratssitzung in der Alea School: Wie innovative Ideen die Schullandschaft bereichern

    Beiratssitzung in der Alea School
    Wie innovative Ideen die Schullandschaft bereichern

    Wie verändert man ein Schulsystem, das täglich Millionen junger Menschen prägt – und wie gelingt es, Innovation in Schule in der Fläche zu verankern?

    Diese Fragen standen im Mittelpunkt unserer Beiratssitzung in der neu gegründeten Alea School von Henning Strauss in Bad Orb: ein Lernort, der mit Haltung und einem starken Innovationsgeist Impulse setzt, die weit über die Region hinausreichen.

    Unter dem Vorsitz von Beate Heraeus kamen Expert:innen aus Schulpraxis, Landesschülervertretung, Politik und Zivilgesellschaft zusammen. Die Diskussion zeigte: Alternative Schulmodelle können wichtige Erfahrungsräume sein, aus denen das gesamte System lernen kann.

    Was wir diskutiert haben

    Die Perspektiven waren vielfältig – und doch verband sie eine zentrale Überzeugung: Veränderung ist möglich, wenn viele Akteur:innen Verantwortung übernehmen. Im Fokus standen Fragen wie:

    Welche Ansätze alternativer Schulen lassen sich übertragen?

    Beispielsweise individualisierte Lernpfade, Verantwortungskultur und multiprofessionelle Teams zeigen, wie Lernen und Zusammenarbeit neu gedacht werden können.

    Wie stärken regionale Netzwerke nachhaltige Entwicklung?

    Kooperationen in „Schulfamilien“ fördern Austausch und schaffen Räume für Innovation.

    Welche Freiräume braucht es von Seiten der Politik?

    Flexible Ressourcen und pädagogische Handlungsspielräume ermöglichen echten Fortschritt.

    Wie gelingt ein gutes Miteinander im Transformationsprozess?

    Etwa durch Vertrauen, offene Kommunikation und ein gemeinsames Verständnis der Ziele.

    In allen Punkten wurde deutlich: Stiftungen können viel bewegen – als Innovationsmotoren, als Vernetzende und als verlässliche Partner von Schulen, Verwaltung und Politik.

    Unsere zentralen Learnings

    Aus dem Austausch kristallisierten sich vier Kernbedingungen für gelingende Transformation heraus:

    • Ein gemeinsames Bewusstsein für collective urgency – das Gefühl, dass gerade jetzt der richtige Moment für Wandel ist.
    • Ein geteiltes Zukunftsbild, das Orientierung gibt und Mut macht.
    • Offenheit für Multistakeholder-Perspektiven – denn Schulentwicklung gelingt nur im Zusammenspiel aller Beteiligten.
    • Ein verbindendes Veränderungsversprechen, das über einzelne Projekte hinausreicht.

    Dank an alle, die den Dialog möglich gemacht haben

    Wir bedanken uns herzlich für die inspirierenden Impulse und starken Perspektiven bei
    Beate Heraeus, Ursel Heraeus, Roland Kaehlbrandt, Andreas Fünfgeld und Prof. Dr. Heiko Roehl, dem Vorstand Alexandra Heraeus, Christine Heraeus und Martin Fugmann,
    sowie unseren Expert:innen Jochen Bühler, Micha Pallesche, Judith Holle, Dr. Annette Petri, Pauline Ponti, Jasmin Khader (Porträt), Thomas Masztalerz, Laurenz Spies, Yadel Oktay-Coskun, Dogus Albayrak, Mandy Geisler, Christiane Lohrmann, Jessica Zimmer und Heike Weingarten.

  • Erstes Alumnitreffen des Deutschen Lehrkräftepreises – Eine Community, die trägt

    Erstes Alumnitreffen des Deutschen Lehrkräftepreises – Eine Community, die trägt

    Zwischen Workshops bei der Crespo Foundation und Impulsen in der Bildungsarena von Eintracht Frankfurt wurde sichtbar, wie vielfältig die Perspektiven sind – und wie sehr alle eint: Schulen zu gestalten, in denen Kinder und Jugendliche gehört werden und Verantwortung übernehmen.

    Start der kollegialen Beratung

    Mit dem Treffen begann auch unser neues Coaching- und Beratungsprogramm. In Barcamps, Hackathons und thematischen Sessions bildeten sich erste Beratungstandems und konkrete Ideen für die Praxis. Die Themen spiegelten wider, was Lehrkräfte und Schulleitungen derzeit bewegt:

    • KI und Lernen
    • Schultransformation
    • Lernen im Wandel
    • Gesellschaft, Demokratie und Verantwortung

    Die Teilnehmenden machten deutlich, wie moderne Zusammenarbeit heute gelingt: psychologische Sicherheit, ehrliches Feedback und die Lust, gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

    In der Community treffe ich Menschen, die meinen Wunsch teilen, Schule zu einem guten Ort für Kinder und Jugendliche zu machen – und gemeinsam denken wir weiter und lernen voneinander.

    Teilnehmer am 1. DLP-Alumnitreffen

    Gänsehautmomente zwischen Kunst, Kultur und Sport

    Die Kunstausstellung der Crespo Foundation eröffnete Raum für neue Perspektiven. Der Besuch des Lernorts Stadion und das Gespräch mit Eintracht-Sportdirektor Timmo Hardung zeigten eindrucksvoll, wie Persönlichkeitsentwicklung, Teamarbeit und Mut zum Neuen auch außerhalb von Schule gelebt werden. Es waren Momente, die verbinden – und verdeutlichen, dass Bildungsverantwortung ein gemeinsamer Auftrag ist.

    Ein Netzwerk, das weiterwächst

    Unser besonderer Dank gilt

    • der Crespo Foundation mit Cora Stein und Christian Meyn für die großzügige Gastfreundschaft,
    • dem Deutschen Philologenverband und Susanne Lin-Klitzing für die gemeinsame Unterstützung des DLP,
    • dem Team von team:werk um Andrea Seitz, Anna Ginkel und Melissa Wörner für das starke Programm,
    • Ina-Marie Bargmann (Lernort Stadion) und Dr. Nadine Seddig (DFL Stiftung) für inspirierende Impulse sowie
    • dem Eintracht Frankfurt Museum und Sebastian Lotz für den Blick hinter die Kulissen und
    • Eintracht-Sportdirektor Timmo Hardung für seine Einblicke in die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen im Leistungssport.
  • 60 Jahre Heraeus Bildungsstiftung: Eine Zeitreise in die Zukunft

    60 Jahre Heraeus Bildungsstiftung: Eine Zeitreise in die Zukunft

    • Alexandra und Christine Heraeus und Martin Fugmann zeigten: Bildung ist Persönlichkeitsbildung – und sie braucht Menschen mit Haltung.
    • Bundesbildungsministerin Karin Prien lobte in ihrem Videogruß „60 Jahre Impulse für zukunftsorientierte Schulen und Einsatz für innovativen Unterricht.“
    • Staatssekretär Dr. Manuel Lösel teilte persönliche Erfahrungen mit der Stiftung und machte deutlich, wie der richtige Impuls zur richtigen Zeit (Berufs-)leben verändern kann.
    • Dr. h.c. Beate Heraeus schenkte uns einen spannenden Gedanken, indem sie unser Stiftungsmotto neu interpretierte: „Schule macht Persönlichkeiten. Persönlichkeiten schaffen Lösungen.“
    • Lehrerin Carina Steffes und Schulleiter Björn Lengwenus machten deutlich: Bildung gelingt durch ein vertrauensvolles, respektvolles Miteinander.
    • Unser Überraschungsgast, der renommierte Bildungsforscher John Hattie, erinnerte uns daran, wie wichtig Mut in der Bildung ist – und er unterstrich: die Beziehung zu den Lernenden ist entscheidend.
    • Zukunftsforscher Roger Spindler richtete den Blick nach vorn: „Die Zukunft will nicht wissen, was du weißt. Sondern: Was kannst du damit machen?“ Seine „5 Finger der Bildung“ – Lernen, Verantwortung, Respekt, Beziehung, Entwicklung – bleiben uns als Leitbild.
  • Führen heißt: Verantwortung teilen – Andrea Franke im Portrait

    Führen heißt: Verantwortung teilen – Andrea Franke im Portrait

    Führen heißt: Verantwortung teilen

    Andrea Franke

    Die Willy-Brandt-Schule in Berlin-Wedding ist für viele Jugendliche weit mehr als ein Lernort – sie ist ein Ort der Chancen. Seit 2015 leitet Andrea Franke die Integrierte Sekundarschule. Für ihre Arbeit wurde sie mit dem Deutschen Lehrkräftepreis in der Kategorie „Vorbildliche Schulleitung“ ausgezeichnet. 

    Doch Andrea Franke sieht den Preis nicht als persönliche Auszeichnung, sondern als Anerkennung für ihr Team: 

    Persönliche Geschichte als Antrieb 

    Franke kennt Schule aus verschiedenen Perspektiven. Sie wuchs in einem bildungsfernen Elternhaus auf und wäre in der achten Klasse beinahe sitzen geblieben. Diese Erfahrung prägt sie bis heute: 

    Diese Erfahrungen sind der Grund, warum sie heute niemanden zurücklassen möchte. Ihr wichtigstes Anliegen beschreibt sie so: 

    Unter ihrer Leitung schlug die einst ungeliebte Schule im sozialen Brennpunkt neue Wege ein: Absentismus konnte deutlich reduziert, Willkommensklassen eingerichtet und eine wirksame Berufsorientierung etabliert werden. Ihr Credo: Jede Schüler:in braucht eine Anschlussperspektive.  

    Probleme gemeinsam lösen 

    Andrea Franke versteht Führung als gemeinschaftliche Aufgabe. Die Schule hat mittlere Führungsebenen geschaffen und die Schulleiterin überträgt Verantwortung: 

    Doch Führung heißt für sie mehr als Organisation – sie bedeutet auch Fürsorge. Gute Arbeitsbedingungen, Vertrauen und ein respektvoller Umgang im Kollegium sind für sie Grundlagen guter Schule. Diese Wertschätzung drückt sich beispielsweise in der Arbeitsumgebung aus – durch eine Lehrerlounge mit gemütlichen Sofas, einer guten Kaffeemaschine und technisch gut ausgestatteten Arbeitszimmern für die Lehrkräfte.   

    Positive Verbindungen zur Schule aufbauen 

    Dasselbe Prinzip der Wertschätzung prägt auch den Umgang mit den Schülerinnen und Schülern: Bevor ein neuer Jahrgang beginnt, führt Andrea Franke mit ihnen und ihren Eltern persönliche Gespräche.  

    So entsteht von Anfang an eine Kultur der Offenheit und des Miteinanders.  

    Andrea Franke steht aber auch für konsequentes Handeln, etwa bei Versäumnisanzeigen. 

    Ratgeberin und Mutmacherin 

    Die Auszeichnung hat ihre Arbeit weit über Berlin hinaus sichtbar gemacht. Seitdem wird sie oft um Rat gebeten. Sie teilt ihre Erfahrungen pragmatisch – auch über Instagram, wo sie Einblicke in den Alltag gibt und Mut macht: 

    Gerade Schulleitung sollte nicht in den Mittelpunkt drängen, sondern die Fäden im Hintergrund zusammenführen: Mit unterschiedlichen Professionen zusammenarbeiten, aber sich selbst zurücknehmen. Dinge lenken, Potenziale erkennen, Ressourcen aktivieren, Strukturen schaffen.

    Die positiven Erfahrungen mit ihrem Team bestärken sie darin, alle Beteiligten in der Schule mitzunehmen.  

    „Sie stehen für das, was Schule stark macht.“ 

    Andrea Franke verkörpert eine Haltung, die Schule nachhaltig prägt: Kein Kind zurücklassen, Vertrauen ins Team, Menschlichkeit als Fundament.  

    Oder, wie es Alexandra Heraeus in ihrer Laudatio beim Deutschen Lehrkräftepreis sagte: 

    Lesen Sie das ausführliche Interview mit Andrea Franke auf news4teachers.

  • „In Schule müssen Werte wachsen“ – Story von Jasmin Khader

    „In Schule müssen Werte wachsen“ – Story von Jasmin Khader

    „In Schule müssen Werte wachsen“

    An der Liebigschule in Frankfurt am Main unterrichtet Ethiklehrerin Jasmin Khader. 2025 wurde sie mit dem Deutschen Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ ausgezeichnet. Das Besondere an diesem Preis: Nominiert wurde sie von ihren ehemaligen Schüler:innen.

    Für Jasmin Khader war das ein starkes Zeichen der Anerkennung:

    Eigene Erfahrungen als Kompass

    Die Lehrerin aus Frankfurt kennt diese Momente. Sie prägen bis heute ihren Blick auf Schule:

    „Ich habe selbst erfahren, wie es sich anfühlt, übersehen, ausgegrenzt und unterschätzt zu werden. Ebenso weiß ich, wie viel Mut es erfordert, die eigene Stimme zu finden – und wie heilend es sein kann, wenn jemand an einen glaubt.“

    Diese Erfahrung überträgt sie in ihre pädagogische Arbeit, beispielsweise indem sie eigene Texte für ihre Schüler:innen schreibt:

    „Lehrbuchtexte sind oft abstrakt oder weit entfernt von ihren Erfahrungen… Durch meine eigenen Texte schaffe ich eine Brücke zwischen ihrem Leben und den Themen, die wir im Unterricht behandeln. Ich möchte, dass sie spüren, dass ihre Erfahrungen und Perspektiven wichtig sind.“

    Für Jasmin Khader ist Schule ein Ort des Zusammenlebens: 

    Wie Werte greifbar werden

    Besonders im Ethikunterricht schafft Khader Räume, in denen jede Stimme zählt. Gemeinsam mit ihrer Klasse formuliert sie zu Schuljahresbeginn Werte, die schriftlich festgehalten werden:

    „Ich spreche mit meinen Schülerinnen und Schülern darüber, warum Respekt, Empathie oder Verantwortung wichtig sind… Diese Werte schreiben wir meistens auf – und das hilft uns, von Anfang an einen respektvollen und wertschätzenden Umgang zu gestalten. Mir geht es nicht darum, dass sich Schülerinnen und Schüler verpflichtet fühlen, Regeln einzuhalten. Vielmehr sollen sie verstehen, warum diese Werte wichtig sind – und sich im Laufe des Unterrichts freiwillig entscheiden, sie zu leben.“ 

    Das Ergebnis: Eine Verantwortung, die von innen kommt – nicht von außen aufgezwungen. 

    Sie lebt diese Werte vor – auch indem sie eigene Unsicherheiten und Fehler teilt:

    „Wenn ich zum Beispiel über Zivilcourage spreche, teile ich auch eigene Erfahrungen – sowohl Momente, in denen ich mutig war, als auch Situationen, in denen ich es vielleicht nicht war. Auf diese Weise werden Werte greifbar und erlebbar.“

    „Habt Vertrauen in die Kraft Eures Berufes“

    Ihre Haltung wirkt. So schrieb ein Schüler in der Nominierung zum Deutschen Lehrkräftepreis: 

    „Frau Khader hat uns nicht nur Ethik als Fach nähergebracht, sondern uns auch zu besseren Menschen gemacht. Sie lehrte uns Offenheit, Toleranz und den Mut, gegen Ungerechtigkeiten aufzustehen.“ 

    Jasmin Khader ist überzeugt: Lehrkräfte haben die Kraft, Leben zu verändern – oft in Momenten, die klein wirken, aber große Wirkung entfalten.

    Lehrerseminar Mai 2017
    Foto: Andreas Reeg

    Lesen Sie das ausführliche Interview mit Jasmin Khader auf news4teachers

  • Lehrkräfte, die bewegen. Menschen, die Schule verändern.

    Lehrkräfte, die bewegen. Menschen, die Schule verändern.

  • Sachsen-Anhalt investiert in starke Schulleitungen

    Sachsen-Anhalt investiert in starke Schulleitungen

  • Mehr Teilhabe, mehr Begeisterung – unsere Highlights von der didacta 2025

    Mehr Teilhabe, mehr Begeisterung – unsere Highlights von der didacta 2025

    Jan-Martin Wiarda, Amy Kirchhoff, Stefan Ruppaner, Marina Weisband, Sandra Boser und Hartmut Rosa diskutieren über Demokratie an Schulen.

    Mehr Teilhabe, mehr Begeisterung
    Unsere Highlights von der didacta 2025

    Wie wird Schule zu einem Ort, der junge Menschen wirklich begeistert und beflügelt? Wie gelingt es, Teilhabe zu stärken und Schüler:innen mehr Verantwortung zu übertragen? Diese Fragen haben uns auf der didacta 2025 in Stuttgart begleitet – und die Diskussionen, Begegnungen und Impulse haben gezeigt: Veränderung ist möglich, wenn wir sie gemeinsam gestalten.

    Impulse für eine transformative Schulkultur

    In unseren Panels und Workshops haben wir diskutiert, wie Schulaufsicht aktiv Wandel fördern kann, wie Positive Leadership im Klassenzimmer wirkt und wie Demokratie im Schulalltag lebendig wird. Mit dabei waren Persönlichkeiten wie Marina Weisband, Prof. Dr. Hartmut Rosa und Stefan Ruppaner, die uns mit ihren Perspektiven auf eine Schule der Zukunft inspiriert haben. Ihr Fazit: Wer Schule verändern will, muss eine Kultur der Ermöglichung schaffen – mit Mut, Haltung und klarer Vision.

    Startschuss für den Deutschen Lehrkräftepreis 2025

    Ein besonderes Highlight für uns war der Auftakt zur neuen Wettbewerbsrunde des Deutschen Lehrkräftepreises – Unterricht innovativ am 13. Februar 2025. Gemeinsam mit dem Deutschen Philologenverband zeichnen wir vorbildliche Lehrkräfte und Schulleitungen sowie innovative Unterrichtskonzepte aus, die Schule nachhaltig verändern und neue Wege aufzeigen. Besonders gefreut hat uns, dass einige unserer Alumni unserer Einladung gefolgt sind und mit ihren Impulsen das Panel „Ausgezeichnete Lehrkräfte – die Kunst, junge Menschen zu begeistern“ bereichert haben.

    Austausch, Inspiration und neue Perspektiven

    Neben den spannenden Diskussionen war die didacta für uns vor allem eines: eine großartige Gelegenheit, mit engagierten Lehrkräften, Schulleitungen, Schüler:innen und Bildungsakteur:innen ins Gespräch zu kommen. Die vielen Begegnungen haben uns gezeigt, dass es eine starke Bewegung gibt, die Schule anders denken und entwickeln will.

    Mit dieser Energie gestalten wir weiter – für Schulen, die begeistern und Verantwortung leben.