Kategorie: Veranstaltungen

  • Exzellenzcamp 2026 „#Mutausbruch_Schule“

    Exzellenzcamp 2026 „#Mutausbruch_Schule“

    Was gibt Menschen Kraft, sich jeden Tag für eine Schule einzusetzen, in der junge Menschen ihre Stärken entfalten können?

    Mit dieser Frage kamen die diesjährigen Preisträger:innen des Deutschen Lehrkräftepreises zum Exzellenzcamp in das Stiftungshaus der Heraeus Bildungsstiftung nach Hanau. Unter dem Motto „#Mutausbruch_Schule“ stand ein gemeinsames Ziel im Mittelpunkt: voneinander lernen, Erfahrungen teilen und neue Energie für die eigene Arbeit gewinnen.

    „Sie hören nicht auf, an Schüler:innen zu glauben.“

    Die ausgezeichneten Lehrkräfte und Schulleitungen verbindet eine Haltung, die im Schulalltag den Unterschied macht: Sie hören nicht auf, an ihre Schüler:innen zu glauben. Sie wollen jungen Menschen zeigen, dass sie etwas bewegen können, und geben ihnen Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten.

    In Workshops und Gesprächen ging es darum, eigene Stärken sichtbar zu machen, Herausforderungen im Schulalltag konstruktiv zu begegnen und Erfolge miteinander zu teilen. Viele Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, Erfahrungen aus unterschiedlichen Schulformen und Bundesländern auszutauschen und neue Verbindungen zu knüpfen, die über das Exzellenzcamp hinaus Bestand haben.

    Wer gibt jungen Menschen Orientierung?

    Ein besonderer Programmpunkt war der Austausch mit Dinesh Kumari Chenchanna vom ZDF. Mit der Initiative ZDF goes Schule unterstützt das ZDF den neuen Sonderpreis Medien und Demokratie des Deutschen Lehrkräftepreises. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmenden darüber, wie Schule jungen Menschen Orientierung geben kann – in einer Zeit, in der Informationen jederzeit verfügbar sind und traditionelle Autoritäten zunehmend hinterfragt werden.

    Viele Gespräche kreisten um die Frage, wie Schulen junge Menschen dabei unterstützen können, sich in einer zunehmend komplexen Welt zurechtzufinden. Dabei ging es weniger um fertige Antworten als um die Erfahrung, selbst etwas bewirken zu können. Immer wieder wurde deutlich, wie wichtig es ist, Schüler:innen Verantwortung zuzutrauen und sie zu ermutigen, ihre Umwelt aktiv mitzugestalten. Der Austausch mit Kolleg:innen aus anderen Schulen eröffnet dafür neue Perspektiven und hilft, eigene Ideen weiterzuentwickeln.

    Eine Community, die verbindet

    An diesem Punkt setzt das Alumni-Programm des Deutschen Lehrkräftepreises an. Denn mit der Preisverleihung hört die gemeinsame Reise nicht auf. Die Heraeus Bildungsstiftung begleitet die Preisträger auch über die Auszeichnung hinaus und schafft Räume für Austausch, kollegiale Unterstützung und gemeinsames Lernen.

    Viele der Gespräche werden deshalb nicht mit dem Exzellenzcamp enden. Sie werden in unserer Community fortgeführt – dort, wo Lehrkräfte und Schulleitungen jungen Menschen etwas zutrauen.

  • Bildungsdialog in Halle 2026: Mehr Praxis in Schule

    Bildungsdialog in Halle 2026: Mehr Praxis in Schule

    Am 18. Mai kamen im Designhaus Halle, dem Gründungs- und Kommunikationszentrum der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Entscheider:innen und Vordenker:innen aus Politik, Schule, Kultur und Wissenschaft aus Sachsen-Anhalt zusammen – darunter auch Bildungsminister Jan Riedel. Ziel war es, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

    Wie macht Schule handlungsfähig?

    Die Diskussionen des Abends kreisten um die Frage: „Lernen fürs Leben. Wie macht Schule junge Menschen handlungsfähig für eine Arbeitswelt im Wandel?“ 

    Für die Heraeus Bildungsstiftung begrüßten Christine Heraeus und Martin Fugmann die Gäste. Martin Fugmann und Christiane Lohrmann moderierten die Impulse und Fragerunden. 

    Bildung aus unterschiedlichen Perspektiven sehen

    Unserer Einladung gefolgt waren neben Bildungsminister Riedel unter anderem auch Staatssekretär Jürgen Böhm, LISA-Direktor Thomas Schödel, Britta Grahneis von der Handwerkskammer Halle, Franziska Hornig von der Leopoldina, Ludwig Thiede von LifeTeachUs, Lisa Wiedemuth vom Gen Ost Jugendfonds, Michael Fritz von der Initiative Zukunft Bildung und Dirk Zorn von der Bertelsmann Stiftung. 

    Freiräume nutzen – Ressourcen eigenständig einsetzen

    Bildungsminister Riedel betonte die Bedeutung der Menschen vor Ort. Gute Schule entstehe dort, „wo Menschen eigenständige Entscheidungen treffen, Freiräume wahrnehmen und Menschen motivieren“. Politik müsse Voraussetzungen schaffen, die eigenverantwortliches Handeln ermöglichen. In Sachsen-Anhalt sei dies an vielen Stellen bereits möglich, ergänzte Staatssekretär Jürgen Böhm.

    Riedel sieht dabei vor allem die Freiheit von Schulen entscheidend, Ressourcen eigenständig einzusetzen. Zudem sprach er sich dafür aus, Schulen stärker mit ihrem Sozialraum zu vernetzen, Expert:innen von außen einzubinden und so Praxis in Schule zu holen. 

    Schüler:innen beim Erwachsenwerden begleiten

    Ein Beispiel dafür stellte Ludwig Thiede mit LifeTeachUs vor. Das Startup bringt Menschen aus unterschiedlichen Lebensbereichen in Schulen. Sie teilen ihr Praxiswissen und ihre Erfahrungen mit Schüler:innen und begleiten sie beim Erwachsenwerden. „Jeder trägt etwas in sich, das er an Schülerinnen und Schüler weitergeben kann“, sagte Thiede. 

    Lucienne Balke vom Landesschülerrat machte deutlich, dass viele Schüler:innen sich mehr echte Mitgestaltung wünschen. Schule brauche mehr Praxisbezüge und mehr Räume, in denen junge Menschen mitreden und Verantwortung übernehmen können. Beteiligung müsse fester Teil des Schulalltags werden. 

    Auch Lisa Wiedemuth von der Sitftung Bürger für Bürger in Halle stellte den Gen Ost Jugendfonds vor, der junge Menschen darin unterstützt, eigene Ideen umzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. 

    Fotos: Max Mendez

    BildungsCampusLeadership

    Gemeinsam mit dem Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt und dem Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA) realisieren wir den BildungsCampusLeadership Sachsen-Anhalt (BCL).

    Der BCL ist ein innovativer Lern- und Gestaltungsort, um schulische Führungskräfte und Nachwuchskräfte gezielt in ihrer Handlungskompetenz zu stärken. Hier entstehen Räume für Austausch, Reflexion und Vernetzung – Schulleitungen und Lehrkräfte lernen miteinander und voneinander.

    BildungsCampusLeadership

  • Orientierungspapier zu KI-bezogenen Schulleitungsfortbildungen

    Orientierungspapier zu KI-bezogenen Schulleitungsfortbildungen

    Forum Bildung Digitalisierung
    Orientierungspapier bietet Überblick zu aktuellen KI-Fortbildungsangeboten für Schulleitungen

    Das Forum Bildung Digitalisierung (FBD) hat ein neues Orientierungspapier zu KI-bezogenen Schulleitungsfortbildungen in Deutschland veröffentlicht. Es zeigt klar: Künstliche Intelligenz ist ein zentraler Hebel für nachhaltige Schulentwicklung.

    Die Analyse von 41 Fortbildungsangeboten macht aber deutlich: Der Schwerpunkt liegt bislang auf Verstehen und Anwenden von KI. Deutlich seltener werden Reflexion und Mitgestaltung adressiert. Langfristige Formate, Teamansätze und begleitete Transferphasen in der eigenen Schule bleiben die Ausnahme. Zugleich erreichen bestehende Angebote vor allem bereits KI-affine Schulleitungen – viele andere bleiben aufgrund von Zeitdruck, Unsicherheiten oder fehlender Relevanz außen vor.

    Das Papier benennt daher konkrete Bedarfe für wirksame Fortbildung:

    • längerfristige, praxisnahe Formate mit Raum für Erprobung und Reflexion
    • zielgruppenspezifische Angebote – auch für Schulleitungsteams
    • eine kritisch-konstruktive Haltung zu KI
    • partizipative und agile Führungskultur
    • ein qualifiziertes Unterstützungssystem mit klaren rechtlichen Rahmenbedingungen
  • didacta 2026: Wir machen Schulleitung zum Thema

    didacta 2026: Wir machen Schulleitung zum Thema

    Wirksam im Wandel
    Heraeus Bildungsstiftung macht Schulleitung zum Thema auf der didacta 2026 

    Wie gelingt Führung, die Schulen durch Zeiten des tiefgreifenden Wandels trägt? Die Heraeus Bildungsstiftung greift diese zentrale Frage auf und bringt das Thema Schulleitung mit zwei Podiumsdiskussionen auf die größte Bildungsmesse Deutschlands. 

    Am 11. März 2026 setzen wir auf der didacta in Köln ein klares Zeichen: Schulische Transformation braucht Führung, die Orientierung gibt, Verantwortung teilt und Entwicklung im Kollegium ermöglicht. 

    Schulleitung mit Wirkung – Kollegien im Wandel stärken 
    11. März 2026 | 11:45–12:30 Uhr | Forum didacta aktuell 

    Was macht Schulleitung wirksam – gerade in herausfordernden Zeiten? 
    Diese Podiumsdiskussion zeigt, wie Leitungspersönlichkeiten Vertrauen aufbauen, Klarheit schaffen und gemeinsames Lernen im Kollegium fördern. Im Mittelpunkt stehen konkrete Erfahrungen aus dem Schulalltag sowie Erkenntnisse aus Wissenschaft und Verbandsarbeit. 

    Ausgangspunkt ist der Deutsche Lehrkräftepreis (DLP), der sichtbar macht, was gutes Leitungshandeln bewirkt: Wenn Lehrkräfte ihre Schulleitung nominieren, wird Führung aus der Perspektive derjenigen gewürdigt, die sie täglich erleben. 

    Auf dem Podium diskutieren: 

    • Martin Fugmann, Geschäftsführender Vorstand der Heraeus Bildungsstiftung und Schulleiter des Ev. Stiftisches Gymnasiums Güthersloh
    • Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes
    • Christian Stork, Lehrer am Städtischen Gymnasium Thusneldastraße Köln Deutz
    • André Szymkowiak, Schulleiter des Städtischen Gymnasiums Thusneldastraße Köln Deutz
    • Moderation: Jan-Martin Wiarda, Journalist 

    Schulleitung voraus – Wie Lehrkräfte den Weg in Führung finden 
    11. März 2026 | 15:30–16:15 Uhr | Forum Bildungsperspektiven  

    Der Mangel an Schulleitungen ist kein Randphänomen. Zugleich zeigt die Forschung: Mehr als ein Viertel der Lehrkräfte kann sich grundsätzlich vorstellen, eine Führungsrolle zu übernehmen. Warum bleibt dieses Potenzial so oft ungenutzt? 

    Diese Diskussionsrunde richtet den Blick nach vorn. Sie beleuchtet, was Lehrkräfte motiviert, Verantwortung zu übernehmen – und welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit aus Potenzial echte Bereitschaft wird. Im Fokus stehen aktuelle Studien und Praxisbeispiele, die deutlich machen: Voramtsqualifizierungen, gezielte Förderung und transparente Laufbahnperspektiven erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Lehrkräfte den Schritt in Führung gehen. 

    Impulse aus Praxis, Qualifizierung und Forschung geben: 

    • Martin Fugmann, Geschäftsführender Vorstand Heraeus Bildungsstiftung und Schulleiter des Ev. Stiftisches Gymnasiums Güthersloh  
    • Prof. Dr. Marcus Pietsch, DFG-Heisenberg-Professur für Bildungsmanagement und Qualitätsentwicklung Prodekan und Forschungdekan der Fakultät Bildung Leuphana Universität Lüneburg 
    • Jessica Prehm, Schulleiterin der Katharinenschule in der Hafencity Hamburg           
    • Christiane von Schachtmeyer, Referatsleitung Personalentwicklung/Leitung der Agentur für Schulberatung (komm.) Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung in Schulen (LI) Hamburg         
    • Moderation: Jan-Martin Wiarda, Journalist  

    Warum wir Schulleitung zum Thema auf der didacta machen 

    Schulleitungen prägen Schulkultur und sind damit ein zentraler Hebel für gelingende Schulentwicklung. In der Transformation sind sie mehr denn je als Leader gefragt, die Orientierung geben, Räume für Innovation öffnen und Menschen darin bestärken, Verantwortung zu übernehmen. 

    Wir verstehen Schulleitung nicht als Karriereziel, sondern vor allem als Beziehungs- und Gestaltungsaufgabe. Mit unseren Beiträgen auf der didacta 2026 möchten wir zeigen, wie Persönlichkeit, Haltung und Struktur zusammenspielen müssen, damit Schule wirksam transformiert werden kann. 

    Diskutieren Sie mit uns auf der didacta 2026 über wirksame Schulleitung im Wandel. 

  • Barcamp edunautika Süd bringt frische Impulse nach Hanau

    Barcamp edunautika Süd bringt frische Impulse nach Hanau

    Gelingendes Lernen im Fokus
    Barcamp edunautika Süd bringt frische Impulse nach Hanau

    Wie sieht zeitgemäßes Lernen aus? Die erste edunautika Süd in Hanau hat darauf eine beeindruckend einfache Antwort gegeben: indem man Menschen Raum für ihre Fragen gibt und ihnen ermöglicht, ihre Ideen und Erfahrungen zu teilen und gemeinsam weiterzudenken.

    Am 15. November 2025 fand die edunautika erstmals in Hanau statt. Zusammen mit der Hamburger Bildungsagentur J&K – Jöran und Konsorten, Initiatorin der edunautika, und der Karl-Rehbein-Schule in Hanau haben wir das beliebte Barcamp in die Region geholt. Schon bei der Begrüßung der rund 180 Teilgebenden wurde deutlich, was diesen Ansatz trägt.

    Bereits das Format steht für die kulturelle Veränderung des Lernens, die uns antreibt. Das Barcamp ist ein Symbol dafür, das eigene Lernen selbstbestimmt und gestaltend in die Hand zu nehmen.

    Martin Fugmann, geschäftsführender Vorstand

    Offene Sessions, spontane Ideen, kollaboratives Arbeiten – die Karl-Rehbein-Schule verwandelte sich rasch in einen lebendigen Experimentierraum für alle, die Schule aktiv weiterdenken wollen. Im Mittelpunkt standen Lernformen, die in der digitalen Transformation neu gedacht, verhandelt und gestaltet werden müssen: Lernen, das individuell und kreativ gelingt, zugleich systematisch und kollaborativ ist – selbstbestimmt und gut begleitet, inklusiv, gerecht und orientiert an Wissen, Skills, Persönlichkeit und Meta-Lernen.

    Die Session-Themen spiegelten die vielfältigen Perspektiven der Teilgebenden wider. Sie reichten von selbstgesteuertem Lernen und Personalisierung über außerschulisches Lernen, Persönlichkeitsentwicklung und Positive Leadership bis hin zu Demokratiebildung, alternativen Prüfungsformaten und psychologischer Sicherheit in Schule.

    Wir nehmen mit: Die edunautika Süd gibt Rückenwind für alle, die Schule für heute und morgen stark machen wollen.

    Wir danken allen Teilgebenden, unseren Partner:innen für ihr Engagement – und freuen uns bereits auf weitere gemeinsame Schritte.

  • Feierlicher Abschluss mit Perspektive

    Feierlicher Abschluss mit Perspektive

    Martin Fugmann hält eine Begrüßungsrede auf der Treppe im Foyer des Literaturhauses Frankfurt.
  • Bildungspolitischer Dialog in Stuttgart 2025

    Bildungspolitischer Dialog in Stuttgart 2025

    Theresa Schopper und Alexandra Heraeus lächeln

    „Räume entgrenzen“ – Lernen neu denken 

  • Bildungspolitischer Dialog in Magdeburg 2024

    Bildungspolitischer Dialog in Magdeburg 2024

    Angeregte Diskussion beim Bildungspolitischen Dialog in Magdeburg
    © www.AndreasLander.de

    Bildungspolitischer Dialog in Magdeburg 2024

    Menschen zusammenbringen, die Schule aus unterschiedlichen Perspektiven gestalten, sich zuhören und miteinander und voneinander lernen, das sind die Ziele unserer bildungspolitischen Dialoge. Am 5. Juni 2024 hatten wir zur fünften Veranstaltung an den außerschulischen Lernort des Magdeburger Zoos eingeladen. Der Ort war mit Bedacht gewählt, denn es stand die Frage auf der Agenda, wie außerschulische Lernorte Schulen so unterstützen können, dass sie Unterricht bereichern und Schüler:innen Lernerfahrungen ermöglichen, die begeistern.

    Kluge Köpfe aus Schulpraxis, Politik und Verwaltung, Wissenschaft und des öffentlichen Lebens waren unserer Einladung gefolgt. Mittendrin waren Bildungsministerin Eva Feußner und Staatssekretär Jürgen Böhm, die sich angeregt austauschten mit Schüler:innen, Lehrkräften, Schulleitungen und Schulaufsichten, Eltern, Vertreter:innen des außerschulischen Lernens und Personen des öffentlichen Lebens.

    Über den Schulhof hinaus denken

    Das Team des Zoos um Geschäftsführer Dirk Wilke bot spannende Einblicke in das pädagogische Angebot. Bei einer Führung zum Artenschutz durften wir selbst die Rolle der Lernenden übernehmen und dabei herausfinden, warum Spitzmaulnashörner immer noch gejagt werden, obwohl ihr Horn keineswegs gesundheitsfördernd ist, oder warum Papageien im Regenwald fliegen können, obwohl ihre Federn durch den vielen Regen nass werden. Oder werden sie gar nicht nass?

    Mehr über das pädagogische Programm des Zoos Magdeburg: https://www.zoo-magdeburg.de/veranstaltungen/schule/

    Den anschließenden Austausch moderierten Christiane Lohrmann und Martin Fugmann. Christine Heraeus begrüßte unsere Gäste.

    „Schule zu öffnen, ist eine Führungsaufgabe“

    Bildungsministerin Eva Feußner hob in ihrem Impuls hervor, dass es eine Führungsaufgabe von Schulleitungen sei, Schulen auch nach außen zu öffnen. „Schülerinnen und Schüler lernen nicht nur in der Schule! Es gilt vielmehr, die außerhalb des Schulgebäudes gesammelten Lernerfahrungen zu identifizieren und im Unterricht bewusst zu nutzen. Außerschulische Lernorte bieten die Chance, Lernen im realen Lebensumfeld der Schülerinnen und Schüler zu ermöglichen.“ Solche Lernorte unterstützten in der Regel einen fächerübergreifenden und praxisorientierten Zugang zu Lehrplaninhalten. Zugleich eröffneten sich neue Erprobungsräume für das soziale Lernen.

    Die Zoopädagogen Stephan Worm und Carolin Boehlke griffen die Bedeutung des Lehrplanbezugs auf. Sie erklärten, dass die Angebote für Schulklassen  in den vergangenen Jahren konsequent an den Lehrplänen orientiert wurden.

    Davon profitieren beispielsweise Schulleiterin Kerstin Gieseler und Schülerin Marlene von der direkt an den Zoo angrenzenden Grundschule am Vogelgesang. Sie berichteten von der engen und wertvollen Zusammenarbeit mit dem außerschulischen Lernort – und dem emotionalen Höhepunkt: der Wahl des Patentieres.

  • ***“Die Teilnehmenden sind die Expert:innen für ihre eigene schulische Wirklichkeit“

    ***“Die Teilnehmenden sind die Expert:innen für ihre eigene schulische Wirklichkeit“

    [vc_row css=“%7B%22default%22%3A%7B%22padding-bottom%22%3A%221rem%22%7D%7D“][vc_column][vc_column_text]Mandy Geisler leitet die Programmentwicklung bei der Heraeus Bildungsstiftung. Zum Start des neuen Seminarjahres blickt sie auf die Führungsrolle von Lehrkräften und die Philosophie, die das Fortbildungsprogramm der Stiftung auszeichnet.  

    In den ersten Wochen dieses Jahres sind wieder zahlreiche Seminarreihen an den Start gegangen. Wie unterscheiden sich diese Angebote von anderen Fortbildungen für Lehrkräfte?  

    Unsere Angebote unterscheiden sich thematisch von klassischen Fortbildungen für Lehrkräfte, die sich auf die Planung des Unterrichts oder bestimmte Fachinhalte konzentrieren. Wir fokussieren uns schwerpunktmäßig auf Führung. Fragen wie man eine Führungsrolle in Schule annimmt und ausfüllt stehen im Mittelpunkt und erfreuen sich großer Beliebtheit. 

    Gibt es weitere Fokusthemen?  

    Neben Führungskompetenzen nehmen wir die Themen Haltung und Persönlichkeitsentwicklung im Kontext von Pädagogik in den Blick. Dabei geht es beispielweise weniger um die Frage, wie konkret man einen einzelnen Schüler oder eine Schülerin wieder einfangen kann, sondern eher: Mit welcher Haltung kann ich positiven Einfluss im Unterricht und im Kollegium nehmen? 

    Wie wird der Fokus auf Führung von Lehrkräften wahrgenommen?   

    Die Resonanz ist insgesamt positiv, denn es ist klar, dass Lehrkräfte ebenfalls Führungskräfte sind. Es gibt jedoch auch Lehrkräfte, die sich in erster Linie als Pädagog:innen sehen und auf Augenhöhe mit ihren Schüler:innen agieren wollen. Ihnen geht es weniger darum, die Führung zu übernehmen.   

    Wie reagiert ihr auf diese Vorbehalte?  

    Wir möchten durch unsere Seminare transportieren, dass moderne Führung nichts mit alten, hierarchischen Strukturen und Rollen zu tun haben muss.   

    Von Teilnehmenden hören wir oft, dass sie dann in eine Führungsrolle gehen, wenn es die Situation erfordert, beispielsweise wenn es zu größeren Unterrichtsstörungen kommt. In unseren klassischen Classroom-Management-Seminaren bieten wir hierfür insbesondere Methoden, um mit Ritualen und klaren Ansagen einen guten Umgang mit den Schüler:innen zu gestalten. Dieses Seminarangebot wird bereits seit Jahren sehr gut angenommen. 

    Methoden allein reichen aber nicht aus, denn jeder muss den Begriff Führung für sich selbst definieren, jeder benötigt eine Menge Selbstreflexion, um überhaupt eine Führungsrolle zu übernehmen. Dies war ein guter Anlass für uns, das Classroom Management um eine bedeutsame Perspektive zu erweitern und weiterzuentwickeln, nämlich mit Erkenntnissen und Impulsen aus der Positiven Psychologie. Es darf nicht nur rein methodisch mit Routinen und Ritualen erfolgen.  

    Worin liegt der Unterschied?  

    Die Erkenntnisse aus der Positiven Psychologie unterstützen dabei, eine positive Verbindung miteinander zu entwickeln und aufrechtzuerhalten. 

    Es geht nicht nur darum, die Beziehung der Lehrkraft zu den Schüler:innen zu gestalten, sondern eine positive Atmosphäre in der gesamten Klasse zu schaffen. Durch die Positive Psychologie und das PERMA-Modell unterstützen wir die Klassenführung. Wir sehen die Beziehung zwischen allen im Klassenraum und in der Schule als Grundlage für erfolgreiche Bildung. Alle haben gemeinsam die Verantwortung dafür, dass alle zusammen in der Klasse lernen und wachsen können. 

    „Führung benötigt Selbstreflexion“ – was ist damit gemeint?  

    Die Seminare der Stiftung sind darauf ausgerichtet, Professionalisierung zu fördern. Es geht nicht nur darum, Inhalte zu vermitteln. Vielmehr sollen die Teilnehmenden ihre Sichtweisen verändern können. Hierfür sind Selbstreflexion und der Blick auf den eigenen Entwicklungsprozess unerlässlich. Gute Impulse sind zudem notwendig, um bestehende Denkmuster zu stören und neue Perspektiven zu ermöglichen. 

    Dieses Jahr starten auch neu konzipierte Seminarreihen. Wie entstehen neue Inhalte?  

    Wir hören unseren Teilnehmer:innen aufmerksam zu, welche Herausforderungen sich ihnen stellen. Und unsere Trainer:innen bringen ebenfalls viele Kompetenzen und Erfahrungen aus der Praxis ein. Positive Psychologie und das PERMA-Modell haben wir so kennen und schätzen gelernt. 

    Bleiben wir bei den Trainer:innen. Was zeichnet sie aus?  

    Unsere Trainerinnen und Trainer sind dafür bekannt, auch außerhalb der Schule zu arbeiten, etwa als Psycholog:innen oder Organisationsentwickler:innen. Das ermöglicht ihnen, über den Tellerrand hinauszudenken und Impulse zu geben, die nicht allein auf den schulischen Kontext fokussiert sind. 

    Wie reagieren die Teilnehmenden auf diese Vielfalt im Trainerteam?  

    Viele schätzen die neuen Impulse, während andere sich manchmal auf ihren Fachunterricht beziehen und sich fragen, wie sie die Inhalte in ihre konkrete Arbeit integrieren können. In der Regel zieht die Stiftung aber Menschen an, die sehr gerne über ihren Tellerrand blicken, über Weiterentwicklung schulischer Bildung nachdenken und hier nach Gleichgesinnten suchen. 

    Die Seminarreihen finden jetzt häufiger als Blended-Learning-Formate statt. Warum?  

    Nach der Corona-Zeit spüren wir, dass der Wunsch nach Austausch und Vernetzung enorm groß ist. Das erfordert ein gewisses Setting, ganz besonders wichtig ist eine vertrauensvolle Arbeitsumgebung. Und das gelingt am besten in Präsenzveranstaltungen. Daher haben wir umgestellt und beginnen fast immer mit Präsenzveranstaltungen. Die Teilnehmenden sollen sich kennenlernen, Vertrauen schaffen, und die Trainer:innen investieren viel, damit das gelingt.   

    Auf der anderen Seite ist es wichtig, dass Fortbildungen nachhaltig sind. Laut der Forschungsliteratur ist eine Dauer von ca. einem halben Jahr empfehlenswert, wenn es um die Nachhaltigkeit von Fortbildungen geht. In den professionellen Lerngemeinschaften entsteht so eine gute Verbindung zwischen den Teilnehmer:innen und sie werden durch gezielte inhaltliche Impulse, Zeit zur Erprobung und immer wieder Austausch und Selbstreflexion unterstützt, die neuen Erkenntnisse mit ihren eigenen Praxiserfahrungen konstruktiv zu verknüpfen.  

    Deshalb setzen wir auf eine Mischung von Präsenz- und Onlineformaten, die über einen längeren Zeitraum gehen. 

    Wie gelingt die Kommunikation mit den Teilnehmenden?  

    Das ist nicht nur eine Frage der Formate. Zentral ist die Frage, wie wir miteinander kommunizieren. Es gehört zur DNA der Stiftung, dass wir die Teilnehmenden immer als Expert:innen für ihre eigene schulische Wirklichkeit wahrnehmen. Wir sind immer offen dafür, diese schulische Realität wirklich in die Seminare einzubeziehen. [/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

  • Bildungspolitischer Dialog in Hamburg 2023

    Bildungspolitischer Dialog in Hamburg 2023

    Bildungspolitischer Dialog in Hamburg Foto: Ulrich Perrey

    Wirkt’s – Wie man im Bildungsbereich Erfolge erzielt
    Bildungspolitischer Dialog am 16. November 2023 in der Sturmfreien Bude in Hamburg

    Ansätze kennenlernen, Positionen diskutieren, Mitstreiter:innen finden, Allianzen bilden, einander zuhören und verstehen – das waren die Ziele des vierten Bildungspolitischen Dialogs der Heraeus Bildungsstiftung. Besondere Gäste des Abends: Ties Rabe, Hamburger Senator für Schule und Berufsbildung sowie Dr. Martina Diedrich, Direktorin des Instituts für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung sowie Schulleitungen wie Volker Clasing vom Helmut Schmidt Gymnasium und Siri Keil von der Kulturinstitution Kampnagel.

    Nach Dresden, Frankfurt und Berlin war Hamburg der Ort für den Austausch von Persönlichkeiten aus Schule, Stiftung, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Anlass für den Austausch war der Start der Initiative „Grundschule voraus“ in der Hansestadt, die gemeinsam mit der Alfred Toepfer Stiftung und der ZEIT-Stiftung an den Start gebracht wurde. Christine Heraeus, stellvertretende Vorstandsvorsitzende, begrüßte und Martin Fugmann, geschäftsführender Vorstand sowie Christiane Lohrmann aus der Geschäftsleitung führten durch den Abend.

    „Gute Schulleitungen, gute Lehrkräfte – neue Lernprozesse“

    Ties Rabe, Senator für Schule und Berufsbildung, betonte die Bedeutung von guten Lehrkräften und Schulleitungen für verbesserte Lernprozesse. Es sei wichtig, die aktuellen Studien wie IQB und IGLU ernst zu nehmen und aus ihnen zu lernen um die Herausforderungen von morgen zu meistern. Dabei spiele die zunehmende Schülerzahl mit Migrationshintergrund eine große Rolle wie auch die Auswirkungen der Corona Pandemie für die Schulen. Ganz zentral für den Senator: Den Fokus auf die Förderung schwächerer Schülerinnen und Schüler zu legen. Hier leisten die Grundschulen einen besonders anspruchsvollen Beitrag.

    „Differenziell denken statt „one fits all“

    Martina Diedrich, Direktorin des Instituts für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung stellte in ihrer Betrachtung zur Messbarkeit von Bildungsqualität die drei grundlegenden Kompetenzen für Schülerinnen und Schüler nach vorne. Es gehe um die Vermittlung von

    Hier könne man vieles aus Lernstandserhebungen erfahren. Sie plädierte dafür die frühkindliche Bildung mitzudenken, differenziell in die Umsetzung zu gehen und vor allem die Implementierung von Erkenntnissen aus Schul- und Unterrichtsentwicklung zu stärken.

    „Kulturelle Bildung stärkt Integration und Teilhabe“

    Volker Clasing, Schulleiter des Helmut Schmidt Gymnasiums in Hamburg, stellte das Engagement seiner Schule für die kulturelle Bildung als Schlüssel für Integration und Selbstwirksamkeit in den Fokus seiner Betrachtung. Kulturexpertin Siri Keil, von der Kampnagelfabrik machte die Bedeutung des Kulturprogramms in Zusammenarbeit mit Schule deutlich. Viel Zustimmung für das Engagement!

    Die Diskussion mit den rund 35 Gästen aus Politik, Schule, Stiftungen, Wissenschaft, Medien und Wirtschaft verlief konstruktiv, kritisch und engagiert. Fazit: Wir brauchen Wegbegleiter:innen und Mitstreiter:innen sowie vor allem lebendige und wertschätzende Netzwerke und Dialoge um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.