Mut zum Aufbruch Preisträger:innen des Deutschen Lehrkräftepreises treffen sich in Hanau zum Exzellenzcamp
Was gibt Menschen Kraft, sich jeden Tag für eine Schule einzusetzen, in der junge Menschen ihre Stärken entfalten können?
Mit dieser Frage kamen die diesjährigen Preisträger:innen des Deutschen Lehrkräftepreises zum Exzellenzcamp in das Stiftungshaus der Heraeus Bildungsstiftung nach Hanau. Unter dem Motto „#Mutausbruch_Schule“ stand ein gemeinsames Ziel im Mittelpunkt: voneinander lernen, Erfahrungen teilen und neue Energie für die eigene Arbeit gewinnen.
„Sie hören nicht auf, an Schüler:innen zu glauben.“
Die ausgezeichneten Lehrkräfte und Schulleitungen verbindet eine Haltung, die im Schulalltag den Unterschied macht: Sie hören nicht auf, an ihre Schüler:innen zu glauben. Sie wollen jungen Menschen zeigen, dass sie etwas bewegen können, und geben ihnen Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten.
In Workshops und Gesprächen ging es darum, eigene Stärken sichtbar zu machen, Herausforderungen im Schulalltag konstruktiv zu begegnen und Erfolge miteinander zu teilen. Viele Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, Erfahrungen aus unterschiedlichen Schulformen und Bundesländern auszutauschen und neue Verbindungen zu knüpfen, die über das Exzellenzcamp hinaus Bestand haben.
Wer gibt jungen Menschen Orientierung?
Ein besonderer Programmpunkt war der Austausch mit Dinesh Kumari Chenchanna vom ZDF. Mit der Initiative ZDF goes Schule unterstützt das ZDF den neuen Sonderpreis Medien und Demokratie des Deutschen Lehrkräftepreises. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmenden darüber, wie Schule jungen Menschen Orientierung geben kann – in einer Zeit, in der Informationen jederzeit verfügbar sind und traditionelle Autoritäten zunehmend hinterfragt werden.
Viele Gespräche kreisten um die Frage, wie Schulen junge Menschen dabei unterstützen können, sich in einer zunehmend komplexen Welt zurechtzufinden. Dabei ging es weniger um fertige Antworten als um die Erfahrung, selbst etwas bewirken zu können. Immer wieder wurde deutlich, wie wichtig es ist, Schüler:innen Verantwortung zuzutrauen und sie zu ermutigen, ihre Umwelt aktiv mitzugestalten. Der Austausch mit Kolleg:innen aus anderen Schulen eröffnet dafür neue Perspektiven und hilft, eigene Ideen weiterzuentwickeln.
Eine Community, die verbindet
An diesem Punkt setzt das Alumni-Programm des Deutschen Lehrkräftepreises an. Denn mit der Preisverleihung hört die gemeinsame Reise nicht auf. Die Heraeus Bildungsstiftung begleitet die Preisträger auch über die Auszeichnung hinaus und schafft Räume für Austausch, kollegiale Unterstützung und gemeinsames Lernen.
Viele der Gespräche werden deshalb nicht mit dem Exzellenzcamp enden. Sie werden in unserer Community fortgeführt – dort, wo Lehrkräfte und Schulleitungen jungen Menschen etwas zutrauen.
Deutscher Lehrkräftepreis Medienkompetenz und Demokratie stärken
Der Deutsche Lehrkräftepreis entwickelt sich weiter. 2026 rückt ein Themenfeld in den Mittelpunkt, das für Schule heute zentral ist: Medien und Demokratie.
Neuer Sonderpreis „Medien und Demokratie“
Gemeinsam mit dem neuen Förderpartner ZDF goes Schule vergeben wir erstmals den Sonderpreis „Medien und Demokratie“.
Denn klar ist: Medienbildung ist keine Zusatzaufgabe. Sie gehört zum Kern von Schule.
Worum es geht
Demokratie braucht Menschen, die Informationen einordnen können. Die hinterfragen. Die Verantwortung übernehmen.
Lehrkräfte leisten hier jeden Tag Entscheidendes. Sie begleiten Schüler:innen dabei, sich zu orientieren – in einer Welt, in der Informationen jederzeit verfügbar sind, aber nicht immer verlässlich.
„Demokratie braucht Medienkompetenz – und Menschen, die sie vermitteln. Lehrkräfte übernehmen diese Aufgabe täglich als Lotsen für Schülerinnen und Schüler. Wir freuen uns, ihr Engagement mit dem neuen Sonderpreis ‚Medien und Demokratie‘ sichtbar zu machen.“
Dr. Florian Kumb, Direktor Audience im ZDF
Was wir auszeichnen
Wir suchen Projekte, die Meinungs-, Medien- und Demokratiebildungskompetenz fördern:
Schüler:innen lernen, Quellen zu prüfen und Fakten einzuordnen
sie entwickeln eine eigene, begründete Haltung
sie setzen sich mit unterschiedlichen Perspektiven auseinander
sie erleben, dass ihre Stimme zählt
Warum jetzt
Mit ZDF goes Schule gewinnen wir einen starken Partner hinzu. Die Initiative fördert Medienbildung für Kinder und Jugendliche – und bringt ihre Perspektiven stärker in den schulischen Kontext.
Gemeinsam wollen wir sichtbar machen, was bereits gelingt. Und andere ermutigen, eigene Wege zu gehen.
Reichen Sie Ihr Projekt ein und zeigen Sie, wie Sie Medienkompetenz und Demokratiebildung an Ihrer Schule stärken.
Gemeinsam mit dem Deutschen Philologenverband sind wir Träger des Deutschen Lehrkräftepreises. Mit der Auszeichnung wollen wir die Leistungen von Lehrkräften und Schulleitungen würdigen und in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung rücken.
Ob sich Schule weiterentwickelt – oder im Alltag des Systems stecken bleibt – entscheidet sich oft in der Schulleitung. Gerade in Zeiten grundlegenden Wandels braucht es Führung, die Orientierung gibt und Zusammenarbeit ermöglicht.
Über diese Fragen haben wir am 11. März 2026 im Rahmen der didacta mit Expert:innen aus Bildungspraxis, Wissenschaft und Bildungsadministration diskutiert. Zwei Podiumsrunden widmeten sich dabei zentralen Herausforderungen der Schulentwicklung: der Rolle von Schulleitungen im Wandel – und den Wegen von Lehrkräften in Führungsverantwortung.
Schulentwicklung braucht geteilte Verantwortung
In der ersten Diskussionsrunde stand die Frage im Mittelpunkt, wie Schulleitungen ihre Kollegien in Zeiten großer Veränderungen stärken können.
Ein Gedanke zog sich durch die Gespräche: Schulentwicklung gelingt dort, wo Führung mehr ist als Organisation und Management.
Dort,
wo Verantwortung im Kollegium geteilt wird
wo Vertrauen und psychologische Sicherheit entstehen
wo Schulleitung Orientierung gibt – ohne alles selbst steuern zu wollen
Schulleiter André Szymkowiak brachte diese Perspektive auf den Punkt: „Wir müssen auch abgeben können, sonst fangen wir an, Schule nur noch zu verwalten.“
Martin Fugmann betonte zudem die wachsende Bedeutung von Beziehungen in einer zunehmend digitalen Welt: „Je digitaler die Welt wird, desto mehr müssen Schulleitungen Beziehungen stärken.“
Die Diskussion fand im Rahmen des Deutschen Lehrkräftepreises statt. Mit ihr wollten wir gemeinsam mit dem Deutschen Philologenverband auch auf die gerade gestartete Wettbewerbsrunde 2026 aufmerksam machen – und zeigen, welche Rolle engagierte Lehrkräfte und Schulleitungen für gelingende Schulentwicklung spielen.
Gerade angesichts von Fachkräftemangel, wachsender gesellschaftlicher Komplexität und neuen technologischen Möglichkeiten brauchen Schulen heute
klare gemeinsame Ziele
gute Prozesse der Zusammenarbeit im Kollegium
Räume für Verantwortung und Initiative.
Wege in Führung für Lehrkräfte
Die zweite Diskussionsrunde richtete den Blick auf eine andere zentrale Frage: Wie finden Lehrkräfte den Weg in Führungsverantwortung?
Ein Beispiel dafür ist das Qualifizierungsprogramm „Grundschule voraus“, das in Hamburg seit drei Jahren Grundschullehrkräfte auf dem Weg in die Schulleitung begleitet. Das Programm wurde von der Alfred Toepfer Stiftung, der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS und der Heraeus Bildungsstiftung initiiert und wird künftig vom Landesinstitut für Qualität und Qualitätsentwicklung in Schulen weitergeführt.
Programme wie dieses zeigen, wie wichtig es ist, Lehrkräfte frühzeitig für Führungsaufgaben zu gewinnen und sie auf diese Rolle vorzubereiten.
Danke für den offenen Austausch
Wir danken allen Podiumsteilnehmer:innen für die engagierten Gespräche und die offenen Einblicke:
Martin Fugmann, Susanne Lin-Klitzing, Prof. Dr. Marcus Pietsch, Jessica Prehm, Christian Stork, André Szymkowiak, Christiane von Schachtmeyer
Ein besonderer Dank gilt Moderator Jan-Martin Wiarda, der die Diskussionen klug und pointiert geführt hat – und dem Didacta Verband für die gute Zusammenarbeit.
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Wir feiern die Preisträger:innen des Deutschen Lehrkräftepreises 2025
Am 23. Februar 2026 haben wir gemeinsam mit dem Deutschen Philologenverband in Berlin den Deutschen Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ 2025 verliehen. Die Ausgezeichneten: Lehrkräfte und Schulleitungen, die Schule mit Haltung, Mut und Gestaltungswillen prägen.
18 Auszeichnungen, zehn Bundesländer – und vor allem: 18 Geschichten echter Bildungsbegeisterung. Die Preisträger:innen zeigen, was möglich ist, wenn Schule als lebendiger Gestaltungsraum verstanden wird: wenn Lehrkräfte und Schulleitungen Verantwortung übernehmen, zuhören, ermutigen – und jungen Menschen zutrauen, über sich hinauszuwachsen.
Drei Kategorien, zwei Sonderpreise – viele starke Impulse
In der Wettbewerbsrunde 2025 wurden Auszeichnungen in drei Kategorien vergeben:
Vorbildliche Schulleitung
Ausgezeichnete Lehrkräfte
Unterricht innovativ
Ergänzt wurden die Kategorie „Unterricht innovativ“ durch zwei Sonderpreise:
Umwelt und Nachhaltigkeit – Sonderpreis des Cornelsen Verlages
Ausgezeichnete Lehrkräfte – Sonderpreis der PwC-Stiftung
Besonders berührend: In der Kategorie „Ausgezeichnete Lehrkräfte“ nominieren die Schüler:innen der Abschlussjahrgänge 2024/2025 selbst – diejenigen, die jeden Tag erleben, was gute Lehrkräfte bewirken können. Sie würdigen Persönlichkeiten, die sie geprägt, bestärkt und begleitet haben. Lehrkräfte, die nicht nur Wissen vermitteln, sondern Vertrauen und Orientierung geben.
Für die Kategorie „Unterricht innovativ“ reichten Lehrkräfte-Teams aus dem Sekundarbereich –– ihre zukunftsweisenden, fächerübergreifenden Projekte ein. Projekte, die zeigen, wie Lernen relevant, partizipativ und lebensnah wird.
In der Kategorie „Vorbildliche Schulleitung“ nominierten Kollegien aller Schularten ihre Schulleitungen – Führungspersönlichkeiten, die Schulentwicklung mit Klarheit, Mut und einem starken Wertekompass vorantreiben.
Die Sonderpreise würdigen Initiativen, die Nachhaltigkeit, Klimaschutz und kulturelle Bildung tief im Schulalltag verankern – interdisziplinär, partizipativ und in Kooperation mit außerschulischen Partnern. Sie stehen exemplarisch für Schule als Lern- und Lebensraum mit gesellschaftlicher Verantwortung.
Die eingereichten Vorschläge und Bewerbungen wurden in einem zweistufigen Verfahren sorgfältig begutachtet. Über die Preisträger:innen entschied eine unabhängige Jury unter der Leitung von Prof. Dr. David-S. Di Fuccia (Universität Kassel). In der Wettbewerbsrunde 2025 vereinte sie Expertise aus Bildungspolitik und -verwaltung, Bildungsforschung und Fachdidaktik, Stiftungen und Bildungsorganisationen, schulischer Praxis, Lehrkräfteverbänden, Bildungsjournalismus sowie aus der Schüler:innenvertretung.
Die Preisverleihung in der Axica stand ganz im Zeichen der Anerkennung – mit viel Applaus für die Ausgezeichneten und zahlreichen persönlichen Momenten.
Gastgeberinnen waren Alexandra Heraeus, Vorstandsvorsitzende der Heraeus Bildungsstiftung, und Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes. Gemeinsam begrüßten sie die Gäste und unterstrichen die Bedeutung des Preises für die Sichtbarkeit exzellenter Bildungsarbeit.
Durch das Programm führte Moderatorin Christiane Hübscher. Poetische Zwischentöne setzten Clara Lösel und Lars Ruppel. Für musikalische Energie sorgte die Band United Swingtett vom Arndt-Gymnasium Dahlem – ein lebendiges Zeichen für die Kreativität und das Engagement an unseren Schulen.
Als Ehrengäste würdigten unter anderem folgende Persönlichkeiten die Preisträger:innen:
Simone Oldenburg, Ministerin für Bildung und Kindertagesförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern und Schirmherrin der Wettbewerbsrunde 2025
Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie des Landes Berlin
Anna Stolz, Staatsministerin für Unterricht und Kultus des Freistaates Bayern und Präsidentin der Bildungsministerkonferenz 2026
Steffen Freiberg, Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg
Ihre Worte machten deutlich: Gute Schule braucht Sichtbarkeit. Und sie verdient Anerkennung – auf höchster Ebene.
Wir sagen Danke
Unser Dank gebührt allen, die die Preisverleihung erneut zu einem unvergesslichen Ereignis gemacht haben.
Insbesondere natürlich den ausgezeichneten Schulleitungen und Lehrkräften. Danke für Euren Einsatz, Eure Haltung und Eure Gestaltungsfreude. Dafür, dass Ihr Verantwortung übernehmt und Schule jeden Tag ein Stück weiterentwickelt.
Ein herzliches Dankeschön geht ebenfalls an unseren Kooperationspartner, den Deutschen Philologenverband, und unsere Förderpartner Cornelsen, Schöpflin Stiftung und PwC-Stiftung. Gemeinsam bereiten wir vorbildlichen Lehrkräften und ausgezeichneten Schulleitungen die Bühne, die sie verdienen.
Wir freuen uns, die Preisträger:innen im Alumni-Netzwerk des Deutschen Lehrkräftepreises wiederzusehen – und gemeinsam weiter an einer Schule zu arbeiten, die Kinder und Jugendliche wachsen lässt.
Die Initiative
Der „Deutsche Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ” hat es sich zum Ziel gesetzt, die öffentliche Wertschätzung sowie das Image des Lehrberufs und der Arbeit der Schulleitungen zu steigern und wirkungsvolle Anstöße zur Verbesserung des Unterrichts an Schulen zu geben.
2009 vom Deutschen Philologenverband (DPhV) und der Vodafone Stiftung Deutschland initiiert ging der Wettbewerb aus zwei Konzepten hervor: Aus dem Wettbewerb „Unterricht innovativ”, der von 2003 bis 2008 vom Deutschen Philologenverband, dem Bundesverband der Deutschen Industrie und der Stiftung Industrieforschung gemeinsam durchgeführt wurde, und dem Wettbewerb „Pisagoras – Deutscher Lehrkräftepreis”, der 2007 und 2008 auf Initiative von Prof. Susanne Porsche realisiert wurde.
Von 2009 bis 2019 wurde der „Deutsche Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ” gemeinsam von der Vodafone Stiftung Deutschland und dem Deutschen Philologenverband durchgeführt. Das dazu neu entwickelte Konzept kombinierte die Kategorie des Schülerinnen- und Schüler-Votums mit der Bewertung innovativer Unterrichtskonzepte.
Zur Wettbewerbsrunde 2020 hat die Vodafone Stiftung Deutschland ihre Trägerschaft auf die Heraeus Bildungsstiftung übertragen, die bereits 2010 Partnerin des Wettbewerbs war. Die Heraeus Bildungsstiftung erweiterte die Wettbewerbskategorien um die dritte Säule „Vorbildliche Schulleitung“.
Erstes Alumnitreffen des Deutschen Lehrkräftepreises Eine Community, die trägt
DLP-Preisträger:innen entwickeln eine Kraft, die weit über zwei Tage hinausreicht.
Rund 50 Preisträger:innen des Deutschen Lehrkräftepreises sind unserer Einladung nach Frankfurt gefolgt – und haben eindrucksvoll gezeigt, was unsere wachsende Community ausmacht: Vertrauen, Offenheit und die Überzeugung, dass Lernen gelingt, wenn Menschen sich gegenseitig stärken. Schon in den ersten Gesprächen war spürbar: Hier entsteht ein Netzwerk, das Verantwortung übernimmt und Schule aktiv weiterdenkt.
Zwischen Workshops bei der Crespo Foundation und Impulsen in der Bildungsarena von Eintracht Frankfurt wurde sichtbar, wie vielfältig die Perspektiven sind – und wie sehr alle eint: Schulen zu gestalten, in denen Kinder und Jugendliche gehört werden und Verantwortung übernehmen.
Start der kollegialen Beratung
Mit dem Treffen begann auch unser neues Coaching- und Beratungsprogramm. In Barcamps, Hackathons und thematischen Sessions bildeten sich erste Beratungstandems und konkrete Ideen für die Praxis. Die Themen spiegelten wider, was Lehrkräfte und Schulleitungen derzeit bewegt:
KI und Lernen
Schultransformation
Lernen im Wandel
Gesellschaft, Demokratie und Verantwortung
Die Teilnehmenden machten deutlich, wie moderne Zusammenarbeit heute gelingt: psychologische Sicherheit, ehrliches Feedback und die Lust, gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
In der Community treffe ich Menschen, die meinen Wunsch teilen, Schule zu einem guten Ort für Kinder und Jugendliche zu machen – und gemeinsam denken wir weiter und lernen voneinander.
Teilnehmer am 1. DLP-Alumnitreffen
Gänsehautmomente zwischen Kunst, Kultur und Sport
Die Kunstausstellung der Crespo Foundation eröffnete Raum für neue Perspektiven. Der Besuch des Lernorts Stadion und das Gespräch mit Eintracht-Sportdirektor Timmo Hardung zeigten eindrucksvoll, wie Persönlichkeitsentwicklung, Teamarbeit und Mut zum Neuen auch außerhalb von Schule gelebt werden. Es waren Momente, die verbinden – und verdeutlichen, dass Bildungsverantwortung ein gemeinsamer Auftrag ist.
Ein Netzwerk, das weiterwächst
Unser besonderer Dank gilt
der Crespo Foundation mit Cora Stein und Christian Meyn für die großzügige Gastfreundschaft,
dem Deutschen Philologenverband und Susanne Lin-Klitzing für die gemeinsame Unterstützung des DLP,
dem Team von team:werk um Andrea Seitz, Anna Ginkel und Melissa Wörner für das starke Programm,
Ina-Marie Bargmann von Lernort Stadion und Dr. Nadine Seddig von der DFL Stiftung für inspirierende Impulse sowie
Eintracht-Sportdirektor Timmo Hardung für seine Einblicke in die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen im Leistungssport.
Dieses erste Alumnitreffen zeigt: Unsere Community wird zu einer echten Kraft für Schulentwicklung – und sie wächst weiter. In den kommenden Monaten starten die ersten kollegialen Beratungen. Gemeinsam mit den Alumni wollen wir Schule Schritt für Schritt für heute und morgen stark machen.
Die Willy-Brandt-Schule in Berlin-Wedding ist für viele Jugendliche weit mehr als ein Lernort – sie ist ein Ort der Chancen. Seit 2015 leitet Andrea Franke die Integrierte Sekundarschule. Für ihre Arbeit wurde sie mit dem Deutschen Lehrkräftepreis in der Kategorie „Vorbildliche Schulleitung“ ausgezeichnet.
Doch Andrea Franke sieht den Preis nicht als persönliche Auszeichnung, sondern als Anerkennung für ihr Team:
Der Preis gehört meinem Kollegium, nicht mir allein. Dass mein Team mir auf diese Weise etwas zurückgegeben hat, hat mich sehr berührt.
Persönliche Geschichte als Antrieb
Franke kennt Schule aus verschiedenen Perspektiven. Sie wuchs in einem bildungsfernen Elternhaus auf und wäre in der achten Klasse beinahe sitzen geblieben. Diese Erfahrung prägt sie bis heute:
Schule war für mich nie ein entspannter Ort, sondern eher mit unangenehmen Situationen verbunden.
Diese Erfahrungen sind der Grund, warum sie heute niemanden zurücklassen möchte. Ihr wichtigstes Anliegen beschreibt sie so:
Kein Kind zu verlieren, keins aus unseren pädagogischen Händen zu lassen.
Unter ihrer Leitung schlug die einst ungeliebte Schule im sozialen Brennpunkt neue Wege ein: Absentismus konnte deutlich reduziert, Willkommensklassen eingerichtet und eine wirksame Berufsorientierung etabliert werden. Ihr Credo: Jede Schüler:in braucht eine Anschlussperspektive.
Probleme gemeinsam lösen
Andrea Franke versteht Führung als gemeinschaftliche Aufgabe. Die Schule hat mittlere Führungsebenen geschaffen und die Schulleiterin überträgt Verantwortung:
Diese Kolleginnen und Kollegen haben Kompetenzen und Verantwortung entwickelt, können Entscheidungen treffen – und nicht alles muss über meinen Schreibtisch gehen. Nur wenn etwas nicht lösbar ist, kommen sie zu mir. Und dann ist es egal, ob es schon ein Drama ist oder nicht – wir lösen das Problem dann gemeinsam.
Doch Führung heißt für sie mehr als Organisation – sie bedeutet auch Fürsorge. Gute Arbeitsbedingungen, Vertrauen und ein respektvoller Umgang im Kollegium sind für sie Grundlagen guter Schule. Diese Wertschätzung drückt sich beispielsweise in der Arbeitsumgebung aus – durch eine Lehrerlounge mit gemütlichen Sofas, einer guten Kaffeemaschine und technisch gut ausgestatteten Arbeitszimmern für die Lehrkräfte.
Positive Verbindungen zur Schule aufbauen
Dasselbe Prinzip der Wertschätzung prägt auch den Umgang mit den Schülerinnen und Schülern: Bevor ein neuer Jahrgang beginnt, führt Andrea Franke mit ihnen und ihren Eltern persönliche Gespräche.
Bevor die Schülerinnen und Schüler überhaupt bei uns auf dem Stuhl im Klassenraum sitzen, versuchen wir, so viele positive Verbindungen wie möglich zur Schule aufzubauen.
So entsteht von Anfang an eine Kultur der Offenheit und des Miteinanders.
Dann machen wir ein großes Fest – noch vor den Sommerferien – nur für die zukünftigen Siebtklässler. Sie lernen dabei schon ihre Klassenlehrer:innen kennen. Und dann geht es direkt am Anfang des Schuljahres auf Kennenlernfahrt.
Andrea Franke steht aber auch für konsequentes Handeln, etwa bei Versäumnisanzeigen.
Ich kann gar nicht oft genug betonen, wie wichtig das ist – und wie sehr ich Grundschulen ermutigen möchte, konsequent zu handeln. Wenn ein Kind fünfmal unentschuldigt fehlt, muss ich mir Gedanken machen.
Ratgeberin und Mutmacherin
Die Auszeichnung hat ihre Arbeit weit über Berlin hinaus sichtbar gemacht. Seitdem wird sie oft um Rat gebeten. Sie teilt ihre Erfahrungen pragmatisch – auch über Instagram, wo sie Einblicke in den Alltag gibt und Mut macht:
Es ist mir wichtig zu zeigen: Guter Unterricht ist möglich – auch unter schwierigen Bedingungen.
Gerade Schulleitung sollte nicht in den Mittelpunkt drängen, sondern die Fäden im Hintergrund zusammenführen: Mit unterschiedlichen Professionen zusammenarbeiten, aber sich selbst zurücknehmen. Dinge lenken, Potenziale erkennen, Ressourcen aktivieren, Strukturen schaffen.
Die positiven Erfahrungen mit ihrem Team bestärken sie darin, alle Beteiligten in der Schule mitzunehmen.
Es braucht Transparenz und Menschlichkeit. Dennoch muss man auch unbeliebte Themen angehen, offen sein und alles im Blick behalten. Auch ist es von Vorteil, Netzwerke zu knüpfen, Kooperationen einzugehen und sich dem Kiez zu öffnen, in dem man seine Schule hat.
„Sie stehen für das, was Schule stark macht.“
Andrea Franke verkörpert eine Haltung, die Schule nachhaltig prägt: Kein Kind zurücklassen, Vertrauen ins Team, Menschlichkeit als Fundament.
Oder, wie es Alexandra Heraeus in ihrer Laudatio beim Deutschen Lehrkräftepreis sagte:
Liebe Frau Franke, Sie stehen für das, was Schule stark macht: eine klare Vision, entschlossenes Handeln und die tiefe Überzeugung daran, dass Bildung Leben verändern kann.
Lesen Sie das ausführliche Interview mit Andrea Franke auf news4teachers.
Wenn ausgezeichnete Lehrkräfte und engagierte Schulleitungen zusammenkommen, entsteht echte Veränderungskraft. Genau das durften wir am 5. und 6. Juni beim Exzellenzcamp in unserem Stiftungshaus erleben.
Unter dem Motto #Mutausbruch_Schule kamen die Preisträger:innen des Deutschen Lehrkräftepreises 2024 zusammen – zum gemeinsamen Lernen, Vernetzen und Mutmachen.
In den Workshops ging es darum, wie wir mit Haltung, Kreativität und Vertrauen Veränderung anstoßen können – im Klassenzimmer, im Kollegium, im System. Im Fokus: die eigenen Stärken erkennen und wirksam einsetzen.
Einen besonderen Denkanstoß lieferte der Impulsvortrag von Prof. Dr. Anna Altmann und Prof. Dr. Werner Stork von der Hochschule Darmstadt: Auf Basis der Inner Development Goals zeigten sie Wege auf, wie Schüler:innen und Lehrkräfte vom Objekt der Transformation zum Subjekt werden können. Welche inneren Kompetenzen braucht es, um Wandel aktiv zu gestalten? Resilienz und Neugier standen dabei im Zentrum – als Schlüsselhaltungen für ein Bildungssystem, das Transformation begrüßt.
Und ja – gefeiert wurde natürlich auch. Gemeinsam mit unserem Partner, dem Deutschen Philologenverband, haben wir Erfolge gewürdigt.
Besonders freuen wir uns, dass die Teilnehmenden nun Teil unseres wachsenden Alumninetzwerks des Deutschen Lehrkräftepreises sind. In diesem Netzwerk bleiben Ideen lebendig – durch regelmäßige Treffen, inspirierende Impulse der Heraeus Bildungsstiftung und den Austausch auf Augenhöhe.
An der Liebigschule in Frankfurt am Main unterrichtet Ethiklehrerin Jasmin Khader. 2025 wurde sie mit dem Deutschen Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ ausgezeichnet. Das Besondere an diesem Preis: Nominiert wurde sie von ihren ehemaligen Schüler:innen.
Für Jasmin Khader war das ein starkes Zeichen der Anerkennung:
Das ist eine Wertschätzung meiner täglichen Arbeit. Sie zeigt mir, dass es sich lohnt, für Schülerinnen und Schüler zu kämpfen – gerade auch in Momenten des Zweifelns.
Eigene Erfahrungen als Kompass
Die Lehrerin aus Frankfurt kennt diese Momente. Sie prägen bis heute ihren Blick auf Schule:
„Ich habe selbst erfahren, wie es sich anfühlt, übersehen, ausgegrenzt und unterschätzt zu werden. Ebenso weiß ich, wie viel Mut es erfordert, die eigene Stimme zu finden – und wie heilend es sein kann, wenn jemand an einen glaubt.“
Diese Erfahrung überträgt sie in ihre pädagogische Arbeit, beispielsweise indem sie eigene Texte für ihre Schüler:innen schreibt:
„Lehrbuchtexte sind oft abstrakt oder weit entfernt von ihren Erfahrungen… Durch meine eigenen Texte schaffe ich eine Brücke zwischen ihrem Leben und den Themen, die wir im Unterricht behandeln. Ich möchte, dass sie spüren, dass ihre Erfahrungen und Perspektiven wichtig sind.“
Für Jasmin Khader ist Schule ein Ort des Zusammenlebens:
Schule ist für mich nicht nur ein Ort der Wissensvermittlung, sondern auch ein Raum, in dem Werte wachsen müssen. Respekt, Gerechtigkeit, Empathie, Demokratie und Vielfalt dürfen keine Randthemen sein.
Wie Werte greifbar werden
Besonders im Ethikunterricht schafft Khader Räume, in denen jede Stimme zählt. Gemeinsam mit ihrer Klasse formuliert sie zu Schuljahresbeginn Werte, die schriftlich festgehalten werden:
„Ich spreche mit meinen Schülerinnen und Schülern darüber, warum Respekt, Empathie oder Verantwortung wichtig sind… Diese Werte schreiben wir meistens auf – und das hilft uns, von Anfang an einen respektvollen und wertschätzenden Umgang zu gestalten. Mir geht es nicht darum, dass sich Schülerinnen und Schüler verpflichtet fühlen, Regeln einzuhalten. Vielmehr sollen sie verstehen, warum diese Werte wichtig sind – und sich im Laufe des Unterrichts freiwillig entscheiden, sie zu leben.“
Das Ergebnis: Eine Verantwortung, die von innen kommt – nicht von außen aufgezwungen.
Wenn eine echte Beziehung mit Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung da ist, kann Lernen überhaupt erst stattfinden.
Sie lebt diese Werte vor – auch indem sie eigene Unsicherheiten und Fehler teilt:
„Wenn ich zum Beispiel über Zivilcourage spreche, teile ich auch eigene Erfahrungen – sowohl Momente, in denen ich mutig war, als auch Situationen, in denen ich es vielleicht nicht war. Auf diese Weise werden Werte greifbar und erlebbar.“
„Habt Vertrauen in die Kraft Eures Berufes“
Ihre Haltung wirkt. So schrieb ein Schüler in der Nominierung zum Deutschen Lehrkräftepreis:
„Frau Khader hat uns nicht nur Ethik als Fach nähergebracht, sondern uns auch zu besseren Menschen gemacht. Sie lehrte uns Offenheit, Toleranz und den Mut, gegen Ungerechtigkeiten aufzustehen.“
Jasmin Khader ist überzeugt: Lehrkräfte haben die Kraft, Leben zu verändern – oft in Momenten, die klein wirken, aber große Wirkung entfalten.
Begegnet euren Schülerinnen und Schülern mit Neugier, Offenheit und Liebe zu den Menschen. Habt Vertrauen in die Kraft eures Berufes – ein Satz, ein Blick, ein Moment kann ein Leben verändern.
Lehrerseminar Mai 2017 Foto: Andreas Reeg
Lesen Sie das ausführliche Interview mit Jasmin Khader auf news4teachers.
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