Autor: thorsten.timmerarens

  • „Es bringt nichts, nur mehr vom Gleichen zu machen“ 

    „Es bringt nichts, nur mehr vom Gleichen zu machen“ 

    Portraitfoto von Roswitha Malewski
    Roswitha Malewski

    Geht nicht, gibt’s nicht – so beschreiben die Kolleg:innen von Roswitha Malewski die Haltung ihrer Schulleiterin. Die Rektorin der Grundschule Kuppelnau in Baden-Württemberg wurde 2025 mit dem Deutschen Lehrkräftepreis ausgezeichnet – auf Empfehlung ihres Teams.

    Frau Malewski, Sie sind offiziell eine „vorbildliche Schulleitung“: Was heißt das denn für Sie, Schulleiterin zu sein? 

    Roswitha Malewski: Puh, erst mal bedeutet Schulleiterin zu sein eine sehr große Umstellung. Darauf bereitet einen das Lehramtsstudium nicht vor, und eine Ausbildung zur Schulleitung gibt es ja auch nicht. Wenn man dann Schulleitung ist, bekommt man zwar Unterstützung in Form von verschiedenen Modulen, aber das meiste lernt man, indem man es einfach macht.

    Insgesamt sind Sie nun schon seit zehn Jahren als Schulleiterin tätig. Was gab damals den Ausschlag für den Wechsel?

    Tatsächlich bin ich zuerst vom Lehrerinnendasein in die Fortbildung gewechselt. Damals gab es in Baden-Württemberg den großen Aufbruch rund um die Gemeinschaftsschulen und den Schulstrukturveränderungen. Da wollte ich gern dabei sein und habe Schulen beraten. So habe ich unheimlich viele Schulen kennengelernt und gesehen, was gut läuft. Immer mal wieder habe ich gedacht: „Ach, das könnte ich auch“ oder „Das würde ich als Schulleiterin so und so machen“.

    Als dann die damalige Schulleitung meiner jetzigen Schule in den Ruhestand gegangen ist, dachte ich: Das ist der Moment, noch mal etwas anderes zu machen – und irgendwie hat das geklappt.

    In der Nominierung für den Deutschen Lehrkräftepreis, die Ihr Kollegium verfasst hat, wird deutlich, wie viel Wert Sie als Schulleiterin auf Partizipation legen. Eltern, Schüler:innen, Lehrkräfte – alle können sich beteiligen, etwa über Arbeitsgemeinschaften, Fördervereine oder Beiräte. Warum ist Ihnen das so wichtig?  

    Eine Schule kann man niemals allein leiten, das ergibt überhaupt keinen Sinn. Schule ist wie ein sehr träger Tanker, eine einmal eingeschlagene Richtung lässt sich nicht so schnell verändern. Deshalb ist es sinnvoll, die Menschen mitzunehmen.

    Die Partizipationsmöglichkeiten erstrecken sich bei Ihnen an der Schule auch auf den Bereich der Schulentwicklung. Warum muss sich Schule weiterentwickeln? 

    In vielen Punkten ist Schule noch so, wie man sie sich um die Jahrhundertwende vorgestellt hat – und zwar die vor 120 Jahren, nicht die vor 20. Aber Kinder haben sich verändert, die Gesellschaft hat sich verändert, Eltern haben sich verändert, also muss Schule sich ebenfalls verändern.

    Die PISA-Ergebnisse sind schlecht, die Vera-Ergebnisse sind schlecht. Und trotzdem doktern wir immer nur im Klein-Klein herum: hier noch eine Förderstunde, dort noch zusätzlicher Matheunterricht. Ich glaube, man müsste das viel größer denken. Man müsste von den Besten lernen – und nicht nur ins Ausland fahren, sich das anschauen und dann sagen: „Ja, interessant, aber wir lassen lieber alles so, wie es ist.“

    Kultuspolitik ist natürlich schwierig, weil Bildung Ländersache ist und deshalb alles sechzehnmal unterschiedlich geregelt wird. In meinen Augen ergibt das aber überhaupt keinen Sinn.

    Wenn Sie die Möglichkeit hätten, das Bildungssystem zu verändern – wo würden Sie als Erstes ansetzen?

    Ich würde erst mal die Vielfalt der vielen verschiedenen Schularten reduzieren und die Kinder länger gemeinsam lernen lassen, bis zur 8. oder 9. Klasse. Danach könnten sie selbst entscheiden, wie es weitergeht. Außerdem würde ich viel stärker die Bereiche in den Mittelpunkt stellen, die immer gekürzt werden: Sport, Kunst, Theater – all das, was Kinder brauchen.

    Natürlich sind Lesen, Schreiben und Rechnen elementar wichtig. Aber es bringt nichts, immer nur mehr vom Gleichen zu machen. Ein Kind lernt doch auch, sich auszudrücken, zu lesen und zu schreiben, wenn es beispielsweise Theater spielt, Briefe verfasst oder mit alten Menschen in Kontakt kommt.

    Gerade diesen kulturellen Bereich haben Sie an Ihrer Schule stark ausgebaut, durch das Theaterprofil. Wie hat sich Schule dadurch verändert?

    Ein Theaterprojekt gab es an der Schule tatsächlich schon, als ich vor zehn Jahren Schulleiterin geworden bin. Um die Ecke steht ein kleines städtisches Theater, dessen Theaterpädagoginnen schon damals ein Projekt mit unseren Zweitklässlern organisierten. Sechs Wochen lang arbeiteten sie mit den Kindern an einer eigenen Aufführung, die zum Abschluss im Theater präsentiert wurde. Das war natürlich großartig – die Eltern kamen ins Theater und sahen ihre Kinder auf der Bühne.

    Dann hatten wir das Glück, eine Kollegin zu bekommen, die Theaterpädagogin ist und selbst am Theater arbeitet. Gemeinsam haben wir das Theaterprofil aufgebaut. Jetzt wird schon in Klasse 1 Theater gespielt, in Klasse 2 folgt das erwähnte Projekt mit dem Theater Ravensburg und in Klasse 3 und 4 haben die Kinder jede Woche zwei Stunden Theaterunterricht fest im Stundenplan verankert. Das ist keine freiwillige AG, sondern regulärer Unterricht.

    Theater heißt daher bei uns nicht: Kostüme anziehen und Dornröschen spielen. Die Kinder entwickeln eigene Stücke, machen Improtheater, bespielen das ganze Schulhaus, erstellen Podcasts – das ist unglaublich vielfältig. Und das macht so viel mit den Kindern. Weiterführende Schulen sagen uns oft, dass unsere Kinder sich unglaublich gut ausdrücken und präsentieren können und selbstbewusst auftreten.

    Inwiefern passt dieser Schwerpunkt zu Ihrer Forderung, dass Schule sich verändern muss? Also: Was muss Schule Kindern heute bieten, um sie gut auf das Leben vorzubereiten?

    Ich glaube ehrlich gesagt gar nicht, dass wir Kinder auf das konkrete Leben vorbereiten können, das sie erwartet, weil sich alles so schnell verändert – Stichwort KI. Von daher ist es sinnvoller, Kinder so zu stärken, dass sie selbstbewusst sind, Dinge hinterfragen können, wissen, wo sie etwas nachschauen und wem sie vertrauen können – gerade im Netz. Hinzu kommt, dass sie lernen sollten, wie sie Beziehungen aufbauen, im Team arbeiten und ihr Wissen flexibel auf Probleme anwenden können.

    Sie selbst versuchen ja schon, Schule entsprechend zu verändern. Wie groß sind die Einflussmöglichkeiten einer Schulleitung? 

    Nach zehn Jahren als Schulleiterin muss ich leider feststellen, dass die eher gering sind – zumindest, wenn es um grundsätzliche Fragestellungen geht. Was ich aber in meiner Position sehr stark beeinflussen kann, ist die Atmosphäre an der Schule. Wenn ich als Schulleiterin die Kinder mag, die Eltern und Kolleginnen mag und einfach gerne hierherkomme, dann macht das etwas mit der Schule. Heute Morgen kam eine Schülerin und hat mich gleich umarmt, als ich mit dem Fahrrad auf den Schulhof gefahren bin. Früher hätte doch niemand seine Schulleiterin umarmt. Niemals.

    Für die Kinder ist diese vertrauensvolle Atmosphäre aber selbstverständlich. Genauso selbstverständlich kommen sie zu mir ins Büro, wenn sie ein Pflaster oder ein Kühlpack brauchen. Ich laufe mit Kindern auch nach Hause, wenn sie nicht abgeholt werden, oder hole sie morgens ab, wenn sie niemand bringt. An diesen Punkten kann ich aktiv ansetzen.

    Was ich nicht verändern kann, ist die Kultuspolitik. Da bleibt einem nur, selbst politisch oder gewerkschaftlich aktiv zu sein. Aber das ist zäh; es geht immer wieder vor und zurück.

    Wir als Schule beteiligen uns zum Beispiel am Schulversuch „Lernförderliche Leistungsrückmeldung“. Das heißt, wir haben uns entschieden, auf Noten zu verzichten und stattdessen Rückmeldungen zu den Kompetenzen der Kinder zu geben. Durch die Einführung der teilweise verbindlichen Grundschulempfehlung und den damit verbundenen Tests liegt der Fokus aber wieder stärker auf Noten. Das bestätigt wiederum die Eltern, die ohnehin lieber Noten hätten, weil sie die für aussagekräftiger halten als eine Rückmeldung darüber, was ein Kind konkret kann.

    Deutscher Lehrkräftepreis: Im Februar 2026 erhielt Roswitha Malewski (m.) den 2. Platz in der Kategorie „Ausgezeichnte Schulleitung“. Simone Oldenburg (l.) und Alexandra Heraeus (r.) überreichten den Preis.

    Das konterkariert den Schulversuch natürlich. 

    Ja, genau. Solche Veränderungen sind unglaublich zäh, besonders, wenn ein Ministerium nicht mutig genug ist zu sagen: „Wir führen das landesweit ein“, sodass einzelne Schulen nicht allein auf verlorenem Posten mit den Eltern diskutieren müssen.

    Und wenn Eltern unbedingt eine bestimmte Schule für ihr Kind wollen, dann wird plötzlich um jede Zehntelnote gekämpft. Dabei kennen die Lehrerinnen und Lehrer die Kinder doch eigentlich sehr gut und können sie einschätzen. Aber solange diese Drei-, Vier- oder Fünfgliedrigkeit im Schulsystem existiert und die weiterführenden Schulen unterschiedlich bewertet werden, bleibt dieser Druck bestehen. Ein Gymnasium gilt immer noch als „besser“ als eine Realschule oder Gemeinschaftsschule. Das macht alles unglaublich schwierig.

    Trotzdem versuchen Sie, Schule zu verändern – ein Aspekt, den auch Ihr Kollegium sehr schätzt. In der Nominierung zum Deutschen Lehrkräftepreis beschreibt Ihr Team Sie etwa als „Ermöglicherin“ mit der Grundhaltung „geht nicht, gibt’s nicht“. Was bedeutet Ihnen diese Rückmeldung und die damit verbundene Auszeichnung?

    Das rührt mich einfach sehr. Es ist unbeschreiblich wertschätzend. Ich bin überzeugt, dass ganz viele Schulleitungen diesen Preis verdient hätten. Ich bin ja nicht toller als andere. Aber dass sich meine Kolleginnen und Kollegen hingesetzt und sich die Zeit genommen haben, diese Bewerbung zu schreiben – das ist einfach großartig. Das ist wie eine warme Dusche, die gar nicht aufhört. 

    Das Interview führte Anna Hückelheim von der Agentur für Bildungsjournalismus für news4teachers.

  • Referent:in Controlling und Finanzbuchhaltung (m/w/d)

    Referent:in Controlling und Finanzbuchhaltung (m/w/d)

    Zum nächstmöglichen Zeitpunkt suchen wir nach Möglichkeit in Vollzeit eine:n
    Referent:in Controlling und Finanzbuchhaltung (m/w/d)

    Deine Aufgaben umfassen:

    Wir freuen uns über eine aussagekräftige Bewerbung – ob per 2-Minuten-Bewerbungsvideo oder klassisch per Motivationsschreiben inklusive CV – bis zum 31. Juli 2026 an bewerbung@heraeus-bildungsstiftung.de.

    Bei Fragen wende dich bitte an Sandra Fachinger.

  • Nationaler Bildungsbericht „Bildung in Deutschland“

    Nationaler Bildungsbericht „Bildung in Deutschland“

    Denn die Aufgaben werden nicht weniger. Fachkräftemangel, zunehmende Heterogenität, Bildungsungleichheit, Digitalisierung und knappe Ressourcen prägen den Alltag vieler Schulen. Zugleich benennt der Bericht die Gewinnung, Bindung und Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte ausdrücklich als zentrale Herausforderung des Bildungssystems.  

    Es geht nicht nur um mehr Personal

    Der Bericht zeichnet ein differenziertes Bild. Während sich der Lehrkräftemangel im Primarbereich perspektivisch entspannen könnte, bleibt er insbesondere in der Sekundarstufe hoch. Gleichzeitig steigt der Anteil von Lehrkräften ohne klassische Lehramtsausbildung. Bundesweit verfügen inzwischen 12 Prozent der voll- und teilzeitbeschäftigten Lehrkräfte über keine anerkannte Lehramtsprüfung. 

    Diese Entwicklung erhöht den Bedarf an professioneller Begleitung und Qualifizierung. Zugleich verändern sich die Anforderungen an den Beruf. Individuelle Förderung, Ganztagsausbau, multiprofessionelle Zusammenarbeit und digitale Transformation gehören heute selbstverständlich zum Schulalltag. 

    Neue Aufgaben erfordern neue Kompetenzen

    Auch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Professionen gewinnt an Bedeutung. An den meisten Schulen arbeiten inzwischen weitere pädagogische Fachkräfte. Viele Schulleitungen sehen die Koordination dieser Zusammenarbeit als wichtige Aufgabe, berichten jedoch gleichzeitig von fehlenden Kapazitäten dafür. 

    Für die Heraeus Bildungsstiftung ergeben sich daraus mehrere Handlungsfelder. Wir sehen einen wachsenden Bedarf an Programmen für Schulleitungen und Führungsteams, die Priorisierung, Schulentwicklung und den Umgang mit komplexen Veränderungsprozessen verbinden. Ebenso leiten wir aus den Ergebnissen einen hohen Qualifizierungsbedarf zu Basiskompetenzen und Bildungsgerechtigkeit ab – insbesondere für Schulen in herausfordernden Lagen. 

    Der Bericht bestätigt uns darin, dass Digitalität und Künstliche Intelligenz nicht als reine Technikthemen verstanden werden sollten. Für Schulen geht es zunehmend darum, diese Entwicklungen pädagogisch sinnvoll zu nutzen und in Lernprozesse, Führung und Schulentwicklung zu integrieren. 

    Auch die zunehmende Bedeutung multiprofessioneller Teams spricht aus unserer Sicht für Angebote, die Zusammenarbeit, Rollenklärung und gemeinsame Verantwortung stärken. Die Ergebnisse legen zudem nahe, dass Qualifizierung künftig stärker als langfristiger Entwicklungsprozess gedacht werden sollte – mit Transfer, Begleitung, kollegialem Lernen und Evaluation statt ausschließlich punktueller Fortbildungsangebote. 

    Für Lehrkräfte geht es aus unserer Sicht vor allem um die Weiterentwicklung von Unterricht, Förderung und den professionellen Umgang mit Digitalität und Künstlicher Intelligenz. Für Schulleitungen wird es zunehmend wichtiger, Teams zu entwickeln, Prioritäten zu setzen und Schulentwicklung unter knappen Ressourcen zu gestalten. 

    Über den Nationalen Bildungsbericht

    Der nationale Bildungsbericht für Deutschland wird von einer unabhängigen Gruppe von Wissenschaftler:innen unter der Federführung des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation erarbeitet.

  • Stiftungsinitiative „Grundschule voraus“ wird von der Stadt Hamburg fortgesetzt

    Stiftungsinitiative „Grundschule voraus“ wird von der Stadt Hamburg fortgesetzt

    2023 haben die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., die Heraeus Bildungsstiftung und die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS in Kooperation mit dem Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung in Schulen (LI) die Initiative „Grundschule voraus“ ins Leben gerufen. Die teilnehmenden Lehrkräfte werden mit Erfahrungen in gestaltenden Leitungsaufgaben auf ihrem Weg zur Grundschulleitung qualifiziert und begleitet.

    Das berufsbegleitende Qualifizierungsprogramm besteht aus drei Bausteinen: dem Führungstraining, begleitenden Netzwerkveranstaltungen und einem Praxisprojekt in der Schule. Ziel ist, die Lehrkräfte durch die einjährige Weiterbildung optimal auf den Beruf der Schulleitung vorzubereiten. Unterstützt wird die Initiative durch ein großes Netzwerk aus Schule, Bildung und Wissenschaft.

    Mit der Übernahme von ‚Grundschule voraus‘ als Landesprogramm setzen wir in Hamburg ein starkes Zeichen für die gezielte Förderung unseres Führungskräftenachwuchses an Grundschulen. Das Programm hat bereits bewiesen, wie praxisnah und wirksam es Lehrkräfte auf die verantwortungsvolle Aufgabe der Schulleitung vorbereitet. Ich danke den Stiftungen für ihr Engagement und freue mich, dass wir dieses erfolgreiche Qualifizierungsangebot nun dauerhaft in Hamburg verankern und damit die Qualität unserer Grundschulen weiter stärken.

    Bildungssenatorin Ksenija Bekeris

    Angehende Grundschulleitungen auf ihrem Weg begleiten zu dürfen und sie in ihrer Persönlichkeit sowie Gestaltungskompetenz zu stärken, war uns eine große Freude. Die systematische Fortführung verstehen wir auch als Ausdruck gelingender und vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen den Stiftungen und der Bildungsbehörde. Unser besonderer Dank gilt allen Programmteilnehmenden für die inspirierende Zusammenarbeit und das entgegengebrachte Vertrauen. Für ihren weiteren Weg – ebenso wie für alle kommenden Jahrgänge am LI – wünschen wir Zuversicht Schule verantwortungsvoll und mutig zu gestalten.

    Ansgar Wimmer, Vorstandsvorsitzender der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.

    Grundschule voraus hat gezeigt, wie wirksam gute Qualifizierung für Schulleitungen sein kann. Die Initiative ermutigt Lehrkräfte, Verantwortung zu übernehmen und Grundschule aktiv mitzugestalten. Besonders wertvoll ist für uns die wissenschaftliche Evaluation der Universität Lüneburg. Die Erkenntnisse daraus nutzen wir, um unsere Programme weiterzuentwickeln. Dass Hamburg Grundschule voraus nun verstetigt, ist ein starkes Signal für die Bedeutung guter Schulleitungsqualifizierung und zugleich eine schöne Anerkennung unserer gemeinsamen Arbeit.

    Alexandra Heraeus, Vorstandsvorsitzende der Heraeus Bildungsstiftung

    Das Projekt ‚Grundschule voraus‘ ist ein voller Erfolg für die Bildung in Hamburg und auch für uns als initiierende Stiftungen. Mit ‚Grundschule voraus‘ haben wir eindrücklich gezeigt, dass wir als Stiftungen mit unserer Arbeit in die Gesellschaft wirken und mit Schulen, Behörde und Wissenschaft erfolgreich an einem Strang ziehen. Als ZEIT STIFTUNG BUCERIUS wollen wir Wandel anstoßen, nachhaltig Impulse setzen und Menschen zum Mitgestalten ermutigen.

    Prof. Manuel Hartung, Vorstandsvorsitzender der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS

    Das Weiterbildungsprogramm „Grundschule voraus“ richtet sich an Hamburger Grundschullehrkräfte ab dem fünften Berufsjahr, die sich vorstellen können, künftig mehr Führungsverantwortung zu übernehmen. Das einjährige und berufsbegleitende Qualifizierungsprogramm, das aus drei Modulen (Akademietage – Netzwerk – Praxisprojekt) besteht, wurde in den ersten drei Jahrgängen (2023, 2024 und 2025) bereits von 52 Hamburger Grundschullehrkräften erfolgreich absolviert. Rund die Hälfte aller Teilnehmenden sind heute in einer Führungsposition – zum Schuljahr 2026/27 startet bereits der vierte Jahrgang.

    Projektfilm Grundschule voraus

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    Mehr Informationen

    Fotos von der Abschlussveranstaltung des dritten Jahrgangs am 17. Juni 2026. (c) Ulrich Perrey

  • Exzellenzcamp 2026 „#Mutausbruch_Schule“

    Exzellenzcamp 2026 „#Mutausbruch_Schule“

    Was gibt Menschen Kraft, sich jeden Tag für eine Schule einzusetzen, in der junge Menschen ihre Stärken entfalten können?

    Mit dieser Frage kamen die diesjährigen Preisträger:innen des Deutschen Lehrkräftepreises zum Exzellenzcamp in das Stiftungshaus der Heraeus Bildungsstiftung nach Hanau. Unter dem Motto „#Mutausbruch_Schule“ stand ein gemeinsames Ziel im Mittelpunkt: voneinander lernen, Erfahrungen teilen und neue Energie für die eigene Arbeit gewinnen.

    „Sie hören nicht auf, an Schüler:innen zu glauben.“

    Die ausgezeichneten Lehrkräfte und Schulleitungen verbindet eine Haltung, die im Schulalltag den Unterschied macht: Sie hören nicht auf, an ihre Schüler:innen zu glauben. Sie wollen jungen Menschen zeigen, dass sie etwas bewegen können, und geben ihnen Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten.

    In Workshops und Gesprächen ging es darum, eigene Stärken sichtbar zu machen, Herausforderungen im Schulalltag konstruktiv zu begegnen und Erfolge miteinander zu teilen. Viele Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, Erfahrungen aus unterschiedlichen Schulformen und Bundesländern auszutauschen und neue Verbindungen zu knüpfen, die über das Exzellenzcamp hinaus Bestand haben.

    Wer gibt jungen Menschen Orientierung?

    Ein besonderer Programmpunkt war der Austausch mit Dinesh Kumari Chenchanna vom ZDF. Mit der Initiative ZDF goes Schule unterstützt das ZDF den neuen Sonderpreis Medien und Demokratie des Deutschen Lehrkräftepreises. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmenden darüber, wie Schule jungen Menschen Orientierung geben kann – in einer Zeit, in der Informationen jederzeit verfügbar sind und traditionelle Autoritäten zunehmend hinterfragt werden.

    Viele Gespräche kreisten um die Frage, wie Schulen junge Menschen dabei unterstützen können, sich in einer zunehmend komplexen Welt zurechtzufinden. Dabei ging es weniger um fertige Antworten als um die Erfahrung, selbst etwas bewirken zu können. Immer wieder wurde deutlich, wie wichtig es ist, Schüler:innen Verantwortung zuzutrauen und sie zu ermutigen, ihre Umwelt aktiv mitzugestalten. Der Austausch mit Kolleg:innen aus anderen Schulen eröffnet dafür neue Perspektiven und hilft, eigene Ideen weiterzuentwickeln.

    Eine Community, die verbindet

    An diesem Punkt setzt das Alumni-Programm des Deutschen Lehrkräftepreises an. Denn mit der Preisverleihung hört die gemeinsame Reise nicht auf. Die Heraeus Bildungsstiftung begleitet die Preisträger auch über die Auszeichnung hinaus und schafft Räume für Austausch, kollegiale Unterstützung und gemeinsames Lernen.

    Viele der Gespräche werden deshalb nicht mit dem Exzellenzcamp enden. Sie werden in unserer Community fortgeführt – dort, wo Lehrkräfte und Schulleitungen jungen Menschen etwas zutrauen.

  • Schulleitungsmonitor 2025: Zufrieden trotz hoher Belastung

    Schulleitungsmonitor 2025: Zufrieden trotz hoher Belastung

    Die Studie zeigt ein differenziertes Bild: Das Vertrauen von Schulleitungen in ihre Kollegien ist hoch. Lehrkräfte werden vielfach als engagiert, verlässlich und kompetent wahrgenommen. Kritischer fällt dagegen die Bewertung der Unterstützung durch übergeordnete Instanzen aus. Insbesondere Ministerien und Schulbehörden werden deutlich zurückhaltender bewertet. Die Zusammenarbeit mit der Schulaufsicht wird insgesamt positiver eingeschätzt als mit anderen Akteur:innen des Systems. 

    Die Ergebnisse verdeutlichen, welche Schlüsselrolle Schulleitungen für die Entwicklungsfähigkeit von Schulen einnehmen. Sie koordinieren Entwicklungsprozesse, bringen unterschiedliche Akteur:innen zusammen und schaffen Orientierung in Zeiten des Wandels. Zugleich zeigt die Studie, dass wirksame Führung auf unterstützende Rahmenbedingungen angewiesen ist. Obwohl Schulleitungen eine zentrale Rolle für die Weiterentwicklung ihrer Schulen spielen, verwenden sie den größten Teil ihrer Leitungszeit für Verwaltungsaufgaben (44 Prozent). Für Schulentwicklung bleibt mit 21 Prozent der geringste Zeitanteil. 

    Führung stärken, damit Schule sich weiterentwickeln kann 

    Für die Heraeus Bildungsstiftung bestätigen die Ergebnisse eine zentrale Erfahrung aus der Arbeit mit Schulen: Gute Schulentwicklung beginnt nicht bei Konzepten, sondern bei Menschen. Schulleitungen schaffen die Bedingungen dafür, dass Verantwortung geteilt, Zusammenarbeit gestärkt und Entwicklung gemeinsam gestaltet werden kann. 

    Zugleich macht die Studie deutlich, dass wirksame Führung heute mehr braucht als fachliche Expertise. Selbstführung, Kommunikation, Rollenklarheit und der konstruktive Umgang mit Komplexität werden zunehmend zu Schlüsselkompetenzen von Schulleitungen. 

    Konsequenzen für die Arbeit der Heraeus Bildungsstiftung 

    Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, wie Schulen zu lernenden Organisationen werden können: Orte, an denen Verantwortung geteilt, Vertrauen aufgebaut und Entwicklung gemeinsam gestaltet wird. Dazu gehören starke Führungspersönlichkeiten ebenso wie tragfähige Netzwerke und unterstützende Strukturen. Denn je komplexer die Herausforderungen werden, desto wichtiger werden Netzwerke und Kooperationen. Führung wird damit zunehmend zur Netzwerkleistung. Dazu gehört auch eine Schulaufsicht, die Schulen nicht nur steuert, sondern als Unterstützerin und Entwicklungsbegleiterin wirksam begleitet. 

  • Bildungsdialog in Halle 2026: Mehr Praxis in Schule

    Bildungsdialog in Halle 2026: Mehr Praxis in Schule

    Am 18. Mai kamen im Designhaus Halle, dem Gründungs- und Kommunikationszentrum der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, Entscheider:innen und Vordenker:innen aus Politik, Schule, Kultur und Wissenschaft aus Sachsen-Anhalt zusammen – darunter auch Bildungsminister Jan Riedel. Ziel war es, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

    Wie macht Schule handlungsfähig?

    Die Diskussionen des Abends kreisten um die Frage: „Lernen fürs Leben. Wie macht Schule junge Menschen handlungsfähig für eine Arbeitswelt im Wandel?“ 

    Für die Heraeus Bildungsstiftung begrüßten Christine Heraeus und Martin Fugmann die Gäste. Martin Fugmann und Christiane Lohrmann moderierten die Impulse und Fragerunden. 

    Bildung aus unterschiedlichen Perspektiven sehen

    Unserer Einladung gefolgt waren neben Bildungsminister Riedel unter anderem auch Staatssekretär Jürgen Böhm, LISA-Direktor Thomas Schödel, Britta Grahneis von der Handwerkskammer Halle, Franziska Hornig von der Leopoldina, Ludwig Thiede von LifeTeachUs, Lisa Wiedemuth vom Gen Ost Jugendfonds, Michael Fritz von der Initiative Zukunft Bildung und Dirk Zorn von der Bertelsmann Stiftung. 

    Freiräume nutzen – Ressourcen eigenständig einsetzen

    Bildungsminister Riedel betonte die Bedeutung der Menschen vor Ort. Gute Schule entstehe dort, „wo Menschen eigenständige Entscheidungen treffen, Freiräume wahrnehmen und Menschen motivieren“. Politik müsse Voraussetzungen schaffen, die eigenverantwortliches Handeln ermöglichen. In Sachsen-Anhalt sei dies an vielen Stellen bereits möglich, ergänzte Staatssekretär Jürgen Böhm.

    Riedel sieht dabei vor allem die Freiheit von Schulen entscheidend, Ressourcen eigenständig einzusetzen. Zudem sprach er sich dafür aus, Schulen stärker mit ihrem Sozialraum zu vernetzen, Expert:innen von außen einzubinden und so Praxis in Schule zu holen. 

    Schüler:innen beim Erwachsenwerden begleiten

    Ein Beispiel dafür stellte Ludwig Thiede mit LifeTeachUs vor. Das Startup bringt Menschen aus unterschiedlichen Lebensbereichen in Schulen. Sie teilen ihr Praxiswissen und ihre Erfahrungen mit Schüler:innen und begleiten sie beim Erwachsenwerden. „Jeder trägt etwas in sich, das er an Schülerinnen und Schüler weitergeben kann“, sagte Thiede. 

    Lucienne Balke vom Landesschülerrat machte deutlich, dass viele Schüler:innen sich mehr echte Mitgestaltung wünschen. Schule brauche mehr Praxisbezüge und mehr Räume, in denen junge Menschen mitreden und Verantwortung übernehmen können. Beteiligung müsse fester Teil des Schulalltags werden. 

    Auch Lisa Wiedemuth von der Sitftung Bürger für Bürger in Halle stellte den Gen Ost Jugendfonds vor, der junge Menschen darin unterstützt, eigene Ideen umzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. 

    Fotos: Max Mendez

    BildungsCampusLeadership

    Gemeinsam mit dem Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt und dem Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA) realisieren wir den BildungsCampusLeadership Sachsen-Anhalt (BCL).

    Der BCL ist ein innovativer Lern- und Gestaltungsort, um schulische Führungskräfte und Nachwuchskräfte gezielt in ihrer Handlungskompetenz zu stärken. Hier entstehen Räume für Austausch, Reflexion und Vernetzung – Schulleitungen und Lehrkräfte lernen miteinander und voneinander.

    BildungsCampusLeadership

  • ME/CFS: Was Lehrkräfte wissen sollten

    ME/CFS: Was Lehrkräfte wissen sollten

    Myalgische Enzephalomyelitis/chronisches Fatigue Syndrom ME/CFS) ist eine schwere Multiorganerkrankung. Die Weltgesundheitsorganisation ordnet sie als neurologische Krankheit ein. Typisch sind eine anhaltende Erschöpfung und eine ausgeprägte Belastungsintoleranz. Schon geringe Anstrengung kann die Symptome deutlich verschlechtern.

    Erkrankte Schüler:innen sind stark beeinträchtigt

    Für betroffene Schüler:innen bedeutet das oft starke Einschränkungen. Konzentration, Belastbarkeit und regelmäßige Teilnahme am Unterricht sind erschwert. Symptome können sich täglich verändern. Fehlzeiten und schwankende Leistungen sind die Folge.

    Im Schulalltag wird die Erkrankung nicht immer richtig eingeordnet. Erschöpfung kann fälschlich als Faulheit oder Vermeidung sozialer Interaktion interpretiert werden. Zugleich versuchen viele Betroffene, so lange wie möglich am Unterricht teilzunehmen – oft mit langen Erholungsphasen danach.

    Das Infoblatt empfiehlt unter anderem flexible Lösungen im Schulalltag. Dazu zählen angepasste Stundenpläne, zusätzliche Pausen oder individuelle Aufgabenformate. Auch digitale Lernangebote können helfen, den Anschluss zu halten. Entscheidend ist eine enge Abstimmung zwischen Lehrkräften, Eltern und medizinischen Fachstellen.

    Für weitere Informationen empfehlen wir Ihnen diese Seite:

    Sowie zwei Dokumentationen des ZDF:

  • KI in der Bildung: Stellen wir die richtigen Fragen?

    KI in der Bildung: Stellen wir die richtigen Fragen?

    Eine Leitlinie des chinesischen Bildungsministeriums aus dem Jahr 2025 zeigt, wie weit dieser Weg bereits gedacht ist: KI wird systematisch in Lehren, Lernen und Assessment integriert und mit der Förderung von kritischem Denken, Problemlösefähigkeit und praktischen Kompetenzen verbunden. Für 2026 ist eine noch konsequentere Umsetzung als Priorität gesetzt. 

    Mit dieser Perspektive bin ich im März 2026 zur Seventh Sino German Didactics Dialogue Conference nach Shanghai, Hefei und Wuhu gereist. 

    Seitdem beschäftigt mich eine Frage: 
    Setzen wir in der Debatte über KI in der Bildung die richtigen Schwerpunkte? 

    KI kann heute Texte formulieren, Rückmeldungen geben und Lernstände analysieren. 
    Das ist beeindruckend und zugleich irritierend. 

    Denn es führt zu einer Verschiebung, die wir leicht unterschätzen. 

    Wenn Wissen jederzeit verfügbar ist, stellt sich die Frage neu: 
    Was müssen Schülerinnen und Schüler noch selbst können? 

    In vielen Beiträgen tauchten immer wieder ähnliche Begriffe auf: 
    Urteilskraft, Verständnis, Kreativität und Verantwortung. 

    Das sind keine neuen Begriffe. Aber sie bekommen eine andere Bedeutung. 

    Der blinde Fleck der Debatte 

    Viele Diskussionen kreisen um Anwendungen: Chatbots, automatisierte Korrekturen, personalisierte Lernpfade. 

    Das ist nachvollziehbar, greift aber zu kurz. 

    Denn wenn Maschinen Teile der kognitiven Arbeit übernehmen, verändert sich der Maßstab von Bildung. 

    Nicht nur das Ergebnis zählt, sondern der Weg dorthin: 
    Fragen entwickeln, Annahmen überprüfen, Gedanken verwerfen und neu ordnen. 

    Genau dort entsteht das, was wir eigentlich unter Lernen verstehen. 

    KI kann unterstützen – aber nicht ersetzen 

    Die Potenziale sind klar: schnelleres Feedback, differenziertere Diagnostik, mehr Individualisierung. 

    Und gleichzeitig wurde eine Grenze immer wieder deutlich: 

    Was sich auswerten lässt, ist nicht automatisch verstanden. 
    Eine Rückmeldung ersetzt keine Beziehung. 
    Und keine Maschine kennt den Kontext, in dem ein Kind lernt. 

    Das klingt banal. Ist es aber nicht. 

    Zwei Perspektiven – ein gemeinsamer Umbruch 

    Der Vergleich zwischen Deutschland und China hat diese Fragen geschärft. 

    In Deutschland liegt der Fokus oft auf Unterrichtsqualität, Feedback und Lehrerprofessionalität. 

    In China wird stärker gefragt, wie Bildung als System, als kulturelle Praxis und als Zukunftsaufgabe neu gedacht werden muss. 

    Während hierzulande noch über Einsatzmöglichkeiten diskutiert wird, ist KI dort längst Teil einer strategisch gesteuerten Bildungsreform. 

    Das ist kein Detailunterschied. Es ist eine andere Perspektive auf Bildung. 

    Gute Ergebnisse reichen nicht 

    Besonders deutlich wurde das im Blick auf PISA. 

    In Deutschland wird gefragt: Wie werden wir besser? 
    In China: Was sagen gute Ergebnisse eigentlich aus – und was kosten sie? 

    Zeit, Druck, Motivation, Gesundheit. 

    Ein System kann im Messen stark sein und gleichzeitig zu eng, wenn es um Kreativität, Neugier und Problemlösefähigkeit geht. 

    Bildung ist mehr als das, was sich messen lässt. 

    Was sich gerade verschiebt 

    Je leistungsfähiger KI wird, desto weniger reicht es, Bildung als Wissensvermittlung zu verstehen. 

    Gefragt sind andere Qualitäten: Orientierung, Selbstständigkeit, Verantwortung und die Fähigkeit, mit anderen zu arbeiten und zu denken. 

    Das ist kein neues Ideal. Aber es wird jetzt zur Voraussetzung. 

    Die eigentliche Frage 

    Die entscheidende Frage lautet nicht, wie viel KI Schule verträgt. 

    Sondern: Welche Form von Schule entsteht, wenn wir sie sinnvoll nutzen? 

    Eine Schule, die Prozesse effizienter organisiert? Oder eine Schule, die die neuen Möglichkeiten nutzt, um Lernen zu vertiefen? 

    Diese Entscheidung ist nicht technisch. Sie ist pädagogisch. 

    Fazit 

    Für mich war diese Reise auch persönlich besonders: Ich war von Hilbert Meyer eingeladen worden, an dieser Konferenz teilzunehmen und mich einzubringen. 

    Was bleibt, ist vor allem eine Einsicht: 

    Wenn wir KI nur einführen, ohne Schule neu zu denken, werden wir vielleicht modernisieren – aber wenig verändern. 

    KI fordert uns nicht nur heraus, Schule und Unterricht anzupassen. 
    Sie zwingt uns, Bildung neu zu begründen. 

  • Deutscher Lehrkräftepreis erhält neuen Sonderpreis „Medien und Demokratie“

    Deutscher Lehrkräftepreis erhält neuen Sonderpreis „Medien und Demokratie“

    Neuer Sonderpreis „Medien und Demokratie“

    Gemeinsam mit dem neuen Förderpartner ZDF goes Schule vergeben wir erstmals den Sonderpreis „Medien und Demokratie“.

    Denn klar ist: Medienbildung ist keine Zusatzaufgabe. Sie gehört zum Kern von Schule.

    Worum es geht

    Demokratie braucht Menschen, die Informationen einordnen können. Die hinterfragen. Die Verantwortung übernehmen.

    Dr. Florian Kumb, Direktor Audience im ZDF

    Was wir auszeichnen

    Wir suchen Projekte, die Meinungs-, Medien- und Demokratiebildungskompetenz fördern:

    • Schüler:innen lernen, Quellen zu prüfen und Fakten einzuordnen
    • sie entwickeln eine eigene, begründete Haltung
    • sie setzen sich mit unterschiedlichen Perspektiven auseinander
    • sie erleben, dass ihre Stimme zählt

    Warum jetzt

    Mit ZDF goes Schule gewinnen wir einen starken Partner hinzu. Die Initiative fördert Medienbildung für Kinder und Jugendliche – und bringt ihre Perspektiven stärker in den schulischen Kontext.

    Gemeinsam wollen wir sichtbar machen, was bereits gelingt. Und andere ermutigen, eigene Wege zu gehen.

    Reichen Sie Ihr Projekt ein und zeigen Sie, wie Sie Medienkompetenz und Demokratiebildung an Ihrer Schule stärken.

    Gemeinsam mit dem Deutschen Philologenverband sind wir Träger des Deutschen Lehrkräftepreises. Mit der Auszeichnung wollen wir die Leistungen von Lehrkräften und Schulleitungen würdigen und in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung rücken.

    Förderpartner der Wettbewerbsrunde 2026 sind der Cornelsen Verlag, die Schöpflin Stiftung und ZDF goes Schule.

    Die Preisverleihung findet am 30. November 2026 in Berlin statt.