#MUTerfüllt – Raus aus der Bildungs­schere

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#MUTerfüllt – Raus aus der Bildungsschere

Die Heraeus Bildungsstiftung startete ihre Gesprächsreihe PRO DIVirtuell  2021 rund um die Kernfrage „Wie wollen wir miteinander leben?“ und stellt die drei ersten Diskussionen des Jahres unter den Themenschwerpunkt „Mut. Am Donnerstag, den 25.02. diskutierte Dr. h. c. Beate Heraeus, Vorstandsvorsitzende der Heraeus Bildungsstiftung, mit der Schauspielerin und Schirmherrin der Stiftung Fairchance Dennenesch Zoudé, mit der Gründerin der ReDI School of Digital Integration Anne Kjær Bathel und dem Hamburger Schuldirektor Björn Lengwenus darüber, wie man mutig die Bildungsschere überwinden kann. Moderiert wurde das Gespräch von Manuel J. Hartung (DIE ZEIT). Im Fokus des Dialogs standen hoffnungsvolle Ansätze und erfolgreiche Projekte und Modelle, die Schüler*innen und geflüchteten Menschen den Weg zu Bildung und Teilhabe in der Gesellschaft ermöglichen und sie während des Prozesses begleiten.

„Auch die ermutigen, die sich wenig zumuten!“

Dennenesch Zoudé, Schauspielerin und Schirmherrin der Stiftung Fairchance, appellierte leidenschaftlich dafür, insbesondere Eltern gezielt zu adressieren und für das Erlernen der deutschen Sprache zu begeistern. „Sprache ist der Schlüssel zu Bildung und Integration. Insbesondere Eltern sind hier gefragt und wir sollten insbesondere die ansprechen, die wir als ausgeschlossen empfinden“, so Zoudé.

„Erlebnisse schaffen Selbstbewusstsein“

Björn Lengwenus, preisgekrönter Hamburger Schuldirektor der Gund- und Stadtteilschule Alter Teichweg, schilderte die Herausforderungen einer Großstadtschule, den mehr als 1600 Schüler*innen aus den unterschiedlichsten familiären Hintergründen Bildung und damit Teilhabe zu vermitteln. Wie integriert man Schüler*innen aus Flüchtlingsfamilen, wie Kinder aus bildungsfernen Umfeldern? Seine Antwort: Gemeinsame Erlebnisse mit Musik, Medien und Sport vermitteln Selbstvertrauen und Größe. Und es braucht den Mut und das Engagement, die Herausforderungen der Zeit anzunehmen! Sein Wunsch:  Politik und Gesellschaft sollten den Schulen und Lehrkräften mehr Vertrauen entgegenbringen und mehr Ressourcen zur Verfügung stellen. Lehrer*innen und pädagogische Fachkräfte brauchten mehr Wertschätzung und z.B. im Fall von Erzieher*innen finanzielle Anerkennung, um ihre anspruchsvolle Aufgaben erfolgreich wahrzunehmen. (Hier finden Sie die Unterlagen zum Vortrag.)

„Digitale Bildung und IT-Kenntnisse fördern Selbstbewusstsein und Integration“

Anne Kjaer Barthel, erfolgreiche Start Up-Gründerin der ReDI School of Digital Integration stellte ihre gemeinnützige Tech Schule für Flüchtlinge, Migrant*innen und Deutsche ohne Zugang zu digitaler Bildung vor. Die ReDI School ermöglicht ihnen Teilhabe an digitaler Bildung, kostenlose Programmier- und Computerkurse und vermittelt ihre Absolvent*innen erfolgreich in die Wirtschaft. Ein Weg zu mehr Integration, zu Selbstbewusstsein und zur Bekämpfung des Fachkräftemangels. Ihr Wunsch: Das Thema digitale Bildung mehr in der Schule zu verankern und so einen Beitrag zu Selbstwirksamkeit und Teilhabe zu erbringen.

Die Diskussion im Chat mit rund 125 Gästen aus den Bereichen Schule, Stiftungen, Wissenschaft, Medien und Wirtschaft war emotional und engagiert und hätte problemlos den späteren Abend füllen können. Beiträge aus dem Kompetenzumfeld von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, der Wübben Stiftung und der CRESPO Foundation bereicherten mit ihren Beispielen. Ein mutmachender Abend mit dem Fazit: Es braucht Mut und Engagement für Veränderungen und es kann funktionieren! Die Vorbilder des heutigen Abends vermittelten dieses sehr klar und boten Impulse für mehr.

Mitschnitt der Veranstaltung

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