#Respekt-voll-anders

Dr. h. c. Beate Heraeus und Alexandra Heraeus, Vorstand der Heraeus Bildungsstiftung, luden am 22.10.2020 im Rahmen der Gesprächsreihe PRO DIVirtuell zur Diskussion rund um Respekt in der Schule und in der Gesellschaft ein. Mit ihnen und den Gästen im Dialog: die Kabarettistin Idil Baydar, der Antidiskiminierungsexperte Derviş Hızarcı und die Berliner Abiturientin Ilayda Helin Yaya. Moderiert wurde das Gespräch von Manuel Hartung (DIE ZEIT). Im Fokus des Talks standen die Bedeutung eines respektvollen und vorurteilsfreien Miteinanders der verschiedenen Kulturen in der Schule für unsere Gesellschaft, die Notwendigkeit des Aufdeckens von struktureller Diskriminierung sowie die Relevanz der entsprechenden Weiterbildung von Lehrkräften.

„Grundlegende Veränderung im Bildungssystem“

Idil Baydar, die als Tochter türkischer Eltern in Deutschland aufwuchs und in den letzten Jahren zahlreiche Integrations-Workshops an Schulen gab, setzte sich dafür ein, Schüler*innen mehr in die Bildungsprozesse einzubinden. Sie plädierte für Lehrkräfte, die als Unterstützer, als Begleiter, als Coaches Schüler*innen mehr Raum geben zum Lernen. Eine weitere Forderung: „Wir brauchen Coaches für Lehrkräfte und Supervision an Schulen“. Anderssein und Diversität sollten aus ihrer Sicht stets altersgemäß thematisiert werden. Ihr Wunsch: „Grundlegende Veränderungen im Bildungssystem und die Einbindung von Schüler*innen in demokratische Prozesse“.

„Fokus auf Pädagogik“

Derviş Hızarcı, in Berlin geborener Sohn einer türkischen Einwandererfamilie, selbst ehemaliger Lehrer, ehemaliger Antidiskriminierungsbeauftragter des Landes Berlin und Programmdirektor der Alfred Landecker Stiftung (https://www.alfredlandecker.org/de ), plädierte für mehr Fokus auf die Pädagogik: „Der Bildungsauftrag ist die wichtigste Aufgabe des Staates“. Es sei wichtig, die Lehrkräfteausbildung mehr in den Fokus zu nehmen und sich intensiv mit Diskriminierung und Rassismus auseinanderzusetzen. Sein Aufruf: Die Kultusministerien mögen verpflichtende Fortbildungen für Lehrkräfte rund um „Rassismus und Diskriminierung“ anbieten.

„Gemeinsame Auseinandersetzung von Lehrer*innen und Schüler*innen mit Diskriminierung und Rassismus“

Ilayda Helin Yaya, Abiturientin aus Berlin, schilderte lebendig ihre Erfahrungen aus ihrer Schullaufbahn und aus ihrem Freundeskreis. Als Schülerin habe sie die Schule gewechselt, um vorurteilsfrei lernen und leben zu können. Sie setzte sich für mehr Workshops für Lehrkräfte und Schüler*innen ein, in denen Vielfalt, Toleranz und Respekt diskutiert werden.

Die Diskussion im Chat mit rund 80 Gästen aus Schule, Stiftungen, Wissenschaft, Medien und Wirtschaft war äußerst engagiert. Vorstandsmitglied Alexandra Heraeus rief bei der Verabschiedung zum Einsatz von individuellen „Mutausbrüchen“ auf, um ein respektvolles Miteinander im Alltag zu erreichen.

Mitschnitt der Veranstaltung

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