#NachCoronaLernen – Wie sich Bildung (inter)national gestalten lässt

Beate Heraeus (Vorstandsvorsitzende der Heraeus Bildungsstiftung) und Moderator Manuel Hartung (Die ZEIT) luden am 4. Juni 2020 Prof. Dr. Michael Schratz (Schulpädagoge und Professor an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck), Andrea Kiewel (Fernsehmoderatorin, Lehrerin und Mitglied des Beirats der Heraeus Bildungsstiftung), Verena Friederike Hasel (Diplom-Psychologin, Journalistin und Autorin von “Der tanzende Direktor – Lernen in der besten Schule der Welt”) und Rebekka Ostrop (Vorstandsvorsitzende Europäisches Jugendparlament in Deutschland e.V.) zum virtuellen Talk ein.

Mitschnitt der Veranstaltung

Nach Corona zurück zur Norm?

Wollen wir nach der Krise überhaupt zurück zur Normalität, die wir in der Schule und im Unterricht bisher hatten? Glauben wir an das, was wir tun oder wollen wir nicht etwas Neues „bauen“? Mit diesen Fragen eröffnete Prof. Dr. Michael Schratz das virtuelle Gespräch. Er verdeutlichte die Innovationskraft, die die Schulschließungen der Corona-Zeit mit sich brachten.

Cartoon zu dem Thema (Quelle: Der Standard)

Prof. Dr. Michael Schratz zeigte auf, wie eng verbunden das Lehren mit dem Lernen ist und wie wenig trotzdem bisher über den „intimen“ Prozess des Lernens bekannt ist. Wie nimmt der Lehrende das Kind wahr? Was wird dem Kind in der Schule zugetraut? Und wie überwindet man die Distanz von gedrucktem Wissen zum Schüler? Hier spielt auch die Wertschätzung zwischen Lehrern und Schülern sowie Eltern eine große Rolle.

Distanz mit digitaler Kommunikation überwinden

Wie räumliche Distanz mittels Technik auch schon vor der Corona-Krise im Unterricht überwunden und sogar Nähe geschaffen wurde, schilderte Verena Friederike Hasel anhand eines Literaturprojekts aus Neuseeland: „Chapter Chat“ verbindet landesweit Schüler*innen via Twitter und macht einen gemeinsamen Diskurs über Bücher möglich. Die Autorin von „Der tanzende Direktor – Lernen in der besten Schule der Welt“ erlebt Schule und Unterricht in Neuseeland zurzeit als gleichsam digital und persönlich, anwendungsbezogen und interdisziplinär.

Von einem länderübergreifenden digitalen und inklusiven Austausch, sinnvoll kombiniert mit „echtem“ Begegnen verspricht sich Rebekka Ostrop viel: Schüler*innen aus verschiedenen europäischen Ländern könnten auf diese Weise die EU ganz persönlich erleben, das Gemeinsame und Trennende erkennen und wertschätzen.

Wertschätzung des Anderen, mit „Potentialblick“

Von einer wertschätzenden Haltung gegenüber Lehrer*innen in Israel berichtet Moderatorin Andrea Kiewel und greift damit einen Aspekt auf, der sich auch im begleitenden Chat und durch den virtuellen Talk zieht: Nicht nur in der Corona-Krise ist ein wertschätzender Umgang zwischen Lehrer*innen, Eltern und Kindern die Basis für gute Schule. Aus dem Publikum regte die Pädagogin und Stifterin Dr. Helga Breuninger an: „Wir können lernen, uns mit dem Potentialblick zu begegnen anstatt mit dem Problemblick!“. Und Max Maendler von Lehrermarktplatz.de rief zum Kreativ-Hackathon „wirfürschule“ auf, bei dem neue Ideen für die Schule der Zukunft erdacht werden: www.wirfuerschule.de

Dr. h. c. Beate Heraeus lud im Schlusswort dazu ein, das „Verhältnis des Miteinanders“ in Balance zu bringen.

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